Moderne Unternehmenskommunikation: Corporate Blogs

54 Prozent der Deutschen Internet-Nutzer lesen Weblogs über Produkte, um sich zu informieren und als Hilfe für Kaufentscheidungen.

Daher wächst die Zahl der Unternehmen in Deutschland, die dieses Web 2.0 Tool nutzen und ihren Angestellten, Kunden, Investoren und der Presse ein Unternehmensblog zur Verfügung stellen, um mit ihnen in den Dialog zu treten und sie dadurch effektiver an die Marke zu binden. Firmen wie Opel, AMD, Cyberport und O2 sind bereits in der Liste der 100 wichtigsten deutschsprachigen Businessblogs vertreten. Bis Ende 2006 wollen mehr als 1/3 aller großen Unternehmen (Corporate Weblogs Will Double in 2006) bloggen.

Die Anforderungen an ein Unternehmensblog scheinen zunächst simpel (Lessons in Corporate Blogging). Neben regelmäßigen Beiträgen, sollte man das Logo des Unternehmens einbinden oder zumindest deutlich hervorheben welches Unternehmen das Weblog herausgibt. Weiterhin sollte das Blog das Wesen des Unternehmens widerspiegeln und authentisch sein. Werbung für eigene Produkte oder Dienste, interne Auseinandersetzungen, Kritik an Mitbewerbern und Konkurrenten sind in einem Corporate Blog absolut tabu. Meinungsäußerungen von Mitarbeitern sind dagegen bei den Blog-Lesern sehr willkommen, denn diese machen das Unternehmensblog „lebendiger“ als eine einfache Newsmeldung. Schreiben sogar Mitglieder des Unternehmensvorstandes, wie beispielsweise Charles Fränkl, Geschäftsführer von AOL Deutschland, steigt die Aufmerksamkeit der Leser oft immens.

Unternehmensblogs bergen jedoch jede Menge Hürden und können einem Unternehmen sogar schaden, da sich „brenzliche“ Einträge unglaublich schnell verbreiten. So kann sich durch Unvorsichtigkeit aus einem Firmen-Weblog schnell ein Krisenblog entwickeln (siehe AOL und Dell). Daher ist es ratsam nur speziell ausgebildete Leute publizieren zu lassen. Auch die Beobachtung der Diskussionsbeiträge über die eigene Firma ist wichtig, um Missverständnisse rechtzeitig erkennen und managen zu können. Das kostet vor allem Zeit und Geduld. Denn, auch wenn man täglich im Blog postet, dauert es mindesten drei bis sechs Monate bis sich ein Blog etablieren kann.

Weblogs sind also durchaus ein wichtiges Kommunikationsinstrument für Unternehmen. Das Potential auf diesem Wege Kunden zu gewinnen und zu binden, Trends aufzuspüren, Probleme zu erkennen, jedoch auch die damit verbundenen Risiken, sind nicht zu unterschätzen. Corporate Blogs können das Image und die Reputation von Unternehmen, vor allem aufgrund der schnellen Verbreitung durch eine netzwerkartige Verlinkung, sowohl positiv als auch negativ nachhaltig beeinflussen.

Links:
Digitale Mundpropaganda
Chancen und Risiken von Weblogs für Unternehmen
Buchtipp: Die Macht der Blogs

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