Jaron Lanier: Technologie muss Vielfalt unterstützen
Jaron Lanier führte in seinem Vortrag „The New Definition of Personhood“ führte durch die Welt der Technologie und der daraus hervorgehenden Gefahren.
Die Erfolgsgeschichten von „Web 2.0“-Unternehmen wie Wikipedia oder Google werden laut Lanier derzeit durch eine gefährliche Monopolisierung von Wissen bedroht. Er nennt beispielhaft folgende falsche Überzeugungen:
- In Wikipedia-Artikeln spiegelt sich das Wissen wider, auf das sich viele in einem Prozess des gegenseitigen Austausches und Ergänzens geeinigt hätten.
- Wikipedia-Einträge in den Top 30 Suchergebnissen bei Google geben auch tatsächlich die richtigen Antworten auf die Suchanfragen.
Lanier warnte vor den negativen Auswirkungen dieser Art, Wissen zu bilden. Individuen sind häufig einfach besser, nur ist es recht unwahrscheinlich, dass man diese Personen immer zur Verfügung hat. Daher wird beides benötigt: Schwarmintelligenz und Elite bzw. Einzelintelligenz. Ein Unternehmen muss daher eine geeignete Arbeitsumgebung schaffen: sowohl für hochkreative Einzelkämpfer als auch für kooperierende Teams.
Lanier warnte vor einem fanatischen, vollständigen Glauben an die Macht der Technologie, insbesondere, wenn damit die Stimme des Einzelnen und seine Kreativität unterdrückt wird.
Sehen Sie hier einen Ausschnitt seines Vortrages beim 2. Dresdner Zukunftsforum.
Web 2.0 auch an sächsischen Hochschulen
Wie bereits berichtet, richtete T-Systems Multimedia Solutions GmbH gemeinsam mit der Technischen Universität Dresden einen Studentenwettbewerb zum Thema “Web 2.0″ aus.
Die Gewinner des Wettbewerbs, sowohl der 1. Preis als auch der 2. Preis, waren Studenten der Medieninformatik der TU Dresden. Die Studenten wurden zum 2. Dresdner Zukunftsforum eingeladen. Sehen Sie hier einen Ausschnitt der Preisverleihung.
Dr. Curtis R. Carlson: Innovation lässt sich managen
Innovation als einzig möglicher Weg, wirtschaftlichen Erfolg zu sichern.
Dies war das Thema des Vortrages „Innovation – The Five Disciplines for Creating What Customers Want“ von Dr. Curtis R. Carlson, Geschäftsführer von SRI International. In der heutigen Zeit gibt es laut Carlson keine Begrenzungen für innovative Ideen und Kreativität. Die Wirtschaft wächst rasant, neue Entwicklungen eröffnen eine Vielzahl neuer Möglichkeiten. Unternehmen müssen innovationsfähig sein, um diese neuen Möglichkeiten zu entdecken und für sich zu nutzen. Wie sein Vorredner betonte auch Carlson die Bedeutung kleinerer und mittlerer Unternehmen, allerdings besonders im Hinblick auf ihre Innovationsfähigkeit. Wie aber treibt ein Unternehmen Innovationen voran? Nach Carlson müssen sie risikobereit sein und eine geeignete Umgebung für kreative Mitarbeiter schaffen. Er empfiehlt das seit vielen Jahren erprobte 5-Punkte-Modell von SRI International. Demnach ist nur die Innovationsidee erfolgreich, bei der der Kundennutzen im Zentrum steht. Während „Innovation-Champions“, im Team die Idee schließlich umsetzen, müssen Kosten und Mitbewerber kontinuierlich überwacht werden. Generell lässt sich Innovationsarbeit nicht in Einzelinitiativen ableisten. Innovation muss als fester Prozess am besten beim Qualitätsmanagement installiert werden.
Sehen Sie hier einen Ausschnitt aus seinem Vortrag als Video.
Web 2.0 – Modelle und Prinzipien
Gemäß dem Zitat von William Gibson „The future has already arrived. It’s just not evenly distributed”, beginnt Tim O’Reilly seinen Vortrag über Web2.0 mit der Aussage, dass die Zukunft des Web2.0 bereits da ist, aber noch nicht gleichmäßig verteilt sei.
Heutige Randaktivitäten, wie auch das von Lanier eher kritisch zitierte Portal SecondLife, werden die Zukunft des Internets bestimmten. Dieser Lifecycle bestand bereits zu Zeiten des Web 1.0: Linux und Open Source waren beispielsweise auch Randbereiche, die sich zum Mainstream entwickelten. Ebenso wird es auch laut O’Reilly mit „Web 2.0“-Anwendungen passieren.Was haben erfolgreiche „Web2.0“-Applikationen gemeinsam? Sie sind Internet-Plattformen, in denen häufig Daten aggregiert werden. Sie basieren auf Open Source und sind insbesondere auf Nutzerfreundlichkeit ausgerichtet. Das Thema Datenaggregation hörten die Teilnehmer des 2. Dresdner Zukunftsforum bereits in einem kritisch-philosophischen Zusammenhang in den Thesen von Jaron Lanier.
Tim O’Reilly stellte die für ihn wesentlichen Eigenschaften des Web 2.0 vor, so zum Beispiel:
- Web as a platform
- Software as a Service
- Harnessing collective intelligence
- Data is the next Intel Inside
Die User stehen im „Web 2.0“-Modell im Vordergrund: “Nicht die Technik macht uns smarter, sondern wir machen Technologien smarter“, so Tim O’Reilly. Das Peer-to-Peer-Prinzip spielt dabei auch eine wichtige Rolle. Nicht nur die Interaktion untereinander ist gemeint, sondern auch die Bereitstellung von Infrastruktur durch die Nutzer, so z.B. bei Skype. Nutzer und Anwender von „Web 2.0“-Services vernetzen sich aufgrund der Technologie und bilden Systeme, die stetig verbessert und weiter entwickelt werden, je mehr Menschen daran teilnehmen.
Seinen Vortrag rundete Tim O’Reilly mit den Worten des Futuristen Ray Kurzweil ab, dass Web 2.0 und Innovation im Allgemeinen nicht für die Gegenwart entwickelt werden, sondern für die Zukunft.
Ein gutes Abschlusszitat für das 2. Dresdner Zukunftsforum.
Jaron Lanier über die Gefahren des Internet
Der von vielen mit Spannung erwartete Vortrag von Jaron Lanier hat die Vorstellungen des Publikums sicher voll erfüllt. Ganz ohne Präsentations-Slides führte Lanier durch seine Welt der Technologie und der daraus hervorgehenden Gefahren.

Trotz aller Kritik, die er an vorhandenen Modellen des Internets äußert, beschreibt er sich selbst doch als „critic, but a friendly one“, der Freundschaften und fachliche Kritik differenzieren kann.
So ist es auch nicht verwunderlich, wenn er seine Kritik an Wikipedia ausübt, aber es dennoch nicht als die schlimmste Entwicklung im „Web 2.0“ – Zeitalter beschreibt. Lanier warnt dennoch vor den möglichen Auswirkungen von Wikipedia, das seiner Meinung nach eine große psychische Attraktivität auf narzistisch veranlagte Personen ausübt. Wie er es auch schon zu Beginn der Woche im Spiegel-Interview beschrieb, befürchtet Lanier negative Auswirkungen einer monopolistischen Art, Wissen zu aggregieren.
Um einer Monopolisierung des Wissens zu entgegnen, ruft Lanier daher zur kulturellen Vielfalt auf. Die Verschiedenheit sei eine einzigartige Eigenschaft der Menschheit, die man nicht durch Internet oder andere Technologien aufgeben solle.
Lanier äußert sich skeptisch gegenüber den moralischen Qualitäten digitaler Systeme. In den 1990er Jahren waren Google und AskJeeves! bekannte Suchmaschinen. Letztere präsentierte eine Website, auf der eine „Person“ auf Fragen antwortet. Lanier kritisiert diese Herangehensweise, bei dem den Nutzern eine nicht vorhandene, reale Person vorgespielt wird. Google hingegen präsentiert sich ehrlich als mathematischen Such-Algorithmus.
Das Internet ist für viele Menschen wie ein Orakel. Wenn man diese Sichtweise ablegen würde, könnte es viel besser genutzt werden. Man kann das Internet als eine Art Orakel mit eigener Philosophie sehen, oder einfach nur buchstäblich als ein Netzwerk an Leuten, die gewisse Werkzeuge nutzen. Er selbst favorisiert den letzteren Gedanken.

Kollektive Intelligenz ist dann sinnvoll, wenn eine befragte Menge an Personen eine einzelne Zahl als Ergebnis hervorbringen muss. Diese Effektivität der kollektiven Intelligenz zeigte sich in mehreren Experimenten zu Börsenwerten und Wahlen. In diesem Zusammenhang erwähnte Lanier das Buch von James Surowiecki „The Wisdom of Crowds“. Lanier schließt mit einem Appell an die Individualität des Menschen: „Don’t limit yourself by a definition of yourself!“
Ein einzelner Blogpost wie dieser kann sicher die Fülle der Ideen und Thesen Jaron Laniers nicht widergeben und so ist auch eine Stunde bei einem Kongress erst der Beginn der Diskussionen.
Digitale Kunst beim 2. Dresdner Zukunftsforum
Medienkünstler Lieberman stellt audiovisuelle Installation vor.
In den Pausen drängen sich die Gäste im Foyer nicht nur an das Buffet. Viele stehen staunend um Medienkünstler Zachary Lieberman herum, der dort auf einem analogen Overhead-Projektor mit seinen Händen und anderen Formen Schatten produziert, was ihm gerade einfällt – eine Figur, ein Buchstabe, ein Schlüssel. Scheinbar zeitgleich projiziert eine Webcam diese Schatten auf einem großen Monitor. Schon wenig später, wird deutlich, dass die projizierten Formen ein völlig anderes Wesen als die Schatten auf dem Projektor haben. Plötzlich fällt ein Stück aus dem Schatten heraus und erzeugt beim Aufprall auf den unteren Monitorrand einen Ton. Lieberman beginnt mit den digitalisierten Bildern Musik zu machen. Und die Schatten werden zu einer Art Instrument, mit dem man spielen kann. Das ist wirklich unterhaltsam, wirft aber viele teils beunruhigende Fragen auf. Welche Gefahren entstehen, wenn digitale Informationen ihr Eigenleben beginnen? Wie können wir diese bannen? Auf der anderen Seite, welche digitalen Vorteile und welche digitalen Genüsse haben wir einfach noch nicht entdeckt? Lieberman erklärt den Zuschauern in der Vorhalle des ICC Dresdens nur, wie das Kunstwerk, dass er zusammen mit Golan Levin entwickelt hat, funktioniert. Den Kern dieser Installation mit dem Titel “The Manual Input Sessions” bildet eine interaktive Software, die mit Overhead-Projektoren und digitalen Computer-Video-Projektoren gekoppelt ist. Die Projektionen überlappen sich und die enstandenen Schatten werden gespeichert und sofort durch die Software analysiert. Je nach Größe und Form wird mit der Grafik ein Sound verknüpft. Das ist alles. Alle anderen Fragen bleiben offen… Und ausgerechnet das passt hervorragend zwischen die kontroversen Statements von Curtis R. Carlson und von Jaron Lanier jeweils vor und nach der Mittagspause des 2. Dresdner Zukunftsforums.
Übrigens: Zachary Lieberman hat noch mehr im Petto. Den Gästen des Dresdner Zukunftsforums stellt er kurz seine mit „Drawn“ betitelte Installation vor. „Drawn“ wurde als Beitrag des Dresdner Medienkunstfestivals CYNETart_06humane mit einem von T-Systems Multimedia Solutions gestifteten Preis ausgezeichnet.
Ideenwettbewerb “Web 2.0″
Gemeinsam mit der Technischen Universität Dresden rief T-Systems Multimedia Solutions GmbH sächsische Studenten zu einem “Web 2.0″-Ideenwettbewerb auf.
Gesucht wurden Ideen zu internetbasierten Techniken oder Diensten, die dem “Web 2.0″-Gedanken in besonderem Maß entsprechen.
Die Preisträger wurden soeben auf dem 2. Dresdner Zukunftsforum vorgestellt. Hier die Gewinner:
1. Preis:
Lennart Reuther, Student der Medieninformatik, Technische Universität Dresden
Visual Touch & Talk, ein Socializing-Tool für traditionelle Informationsplattformen, das interessenbezogene Kommunikation und Clienten-Interaktion durch einen ortsbezogenen und visualisierten Chat bietet.

2. Preis:
Holger Kampffmeyer und Jörg Hennig, Studenten der Medieninformatik, Technische Universität Dresden
Entwurf einer webgestützten Spieleplattform für kooperationsfördernde Mehrbenutzerspiele unter Nutzung von „Web 2.0“-Technologien
Herzlichen Glückwunsch an die Gewinner!
Wachstumsfaktor Innovation!
Innovation als einzig möglicher Weg, wirtschaftlichen Erfolg zu sichern, war das Thema des Vortrages von Dr. Curtis R. Carlson, CEO von SRI International.
In der heutigen Zeit gibt es laut Carlson keine Begrenzungen für innovative Ideen und Kreativität. Die Wirtschaft wächst exponentiell und aufgrund dieser neuen rapiden Entwicklungen eröffnet sich eine Welle neuer Möglichkeiten. Unternehmen brauchen die Innovationsfähigkeiten, diese neuen Möglichkeiten zu entdecken und für sich zu nutzen.
In Bezug auf Scase’s Beitrag zur Globalisierung sprach auch Carlson von den hervorragenden Bedingungen für Innovation in Asien, insbesondere in Singapur. Obwohl Singapur kaum über verkehrstechnische Infrastruktur verfügt, so ist es doch gerade in Bezug auf die universitäre Bildung eines der weltweit führenden Länder. Der Schlüssel liegt in einem ehrgeizigen Volk, das bereits seinen Grundschülern Innovationsfähigkeit beibringt. Nicht zuletzt zieht die innovationsfördernde Politik und Gesetzgebung auch ausländische Experten an – ein Vorteil gegenüber den USA, die nach den Terroranschlägen 2001 ihre Einwanderungsregelungen verschärft haben und somit auch ausländischen Fachleuten die Arbeit in den USA erschwert.
Wie sein Vorredner betonte auch Carlson die Bedeutung kleinerer und mittlerer Unternehmen hinsichtlich Innovationsfähigkeit. Zu seinem Bedauern ist in Europa immer noch das Verständnis verbreitet, dass ausschließlich große Unternehmen erfolgreich sein können. Carlson fordert deshalb auch ein Umdenken in der Politik, die verstärkt Unterstützung für KMUs und Start-Ups bieten sollte. Denn auch in politischer Hinsicht ist Innovation eine wichtige Grundlage, um soziale Systeme sicher zu stellen.
Nun steht die große Frage im Raum, wie man Innovation vorantreibt. Innovationen erscheinen in einer Welt von Konsum-Überfluss schwierig, dennoch können Unternehmen, wenn sie denn risikobereit sind und entsprechende Umgebungen für kreative Mitarbeiter schaffen, Innovation erfolgreich umsetzen. Es braucht also nicht den einen genialen Kopf, der in seiner Garage an Innovationen tüftelt, sondern ein ganzes Team an Experten verschiedener Fachgebiete, die sich im respektvollen Umgang der Zielerreichung mit Leidenschaft verschrieben haben. Bei SRI International heißen diese Projektmitarbeiter daher „Champions“.
Innovationsprojekte sind stets eine ganze Reise, und nicht nur ein kurzer Event. Carlson betont, dass am Anfang dieser Reise der Kundennutzen im Vordergrund stehen muss, anschließend der Innovationsprozess definiert werden muss, Vorteile und Kosten abgewägt werden müssen und schließlich auch der Wettbewerb in Betracht gezogen werden muss. In Kurzform heißt das dann: NABC= needs+approach+benefits per cost+competition. Innovation sollte demnach ein disziplinierter Prozess sein, der im besten Fall in das Qualitätsmanagement einbezogen ist.
Jeder Geschäftsführer würde sofort zustimmen, dass man in einer schnellebigen Welt Innovationen braucht, um erfolgreich zu sein. Doch hat Curtis Carlson in seiner Tätigkeit bei SRI Innternational andere Erfahrungen gemacht: Fragt man Unternehmen konkret nach ihren Innovationsbestreben, schaut man in leere Gesichter.
Grußwort des Sächsischen Ministerpräsidenten Prof. Georg Milbradt
Dass alle Teile der Gesellschaft von den mit dem Internet verbundenen Chancen profitieren sollten, mahnte der Sächsische Ministerpräsident Prof. Georg Milbradt in seinem Grußwort an das 2. Dresdner Zukunftsforum an.

„Es darf keinen neuen Analphabetismus in Bezug auf die Nutzung moderner Technologien geben!“, forderte er deshalb.
Vor allem Menschen, die modernen Technologien bisher eher reserviert gegenüber stünden, müssten dafür begeistert werden. So böten Volkshochschulen „Kurse an, bei denen Senioren eine Einführung in das Internet bekommen. Das ist ein Schritt in die richtige Richtung.“ Zudem plädierte Georg Milbradt für Chancengleichheit von Bewohnern ländlicher Regionen. Die Sächsische Staatsregierung wolle dem mit entsprechenden strukturpolitischen Maßnahmen Rechnung tragen. Mit dem Infohighway Sachsen, der Landesbehörden ebenso wie kommunale Verwaltungen vernetzt, nutzt auch der Freistaat Sachsen die Chancen des Internets für eine moderne wie effiziente, bürgernahe Verwaltung.
Der T-Systems Multimedia Solutions gratulierte der Ministerpräsident zum Gewinn des New Media Service Rankings zum 4. Mal in Folge und forderte die Teilnehmer des 2. Dresdner Zukunftsforums auf, gemeinsam Lösungen anzubieten, die dem Menschen dienen und unser Land nach vorne bringen.
Prof Richard Scase: Global Re-Mix and the New Corporate Playlist
Von Elefanten und Flöhen in der globalen Wirtschaft
Prof. Richard Scase sprach in seinem Vortrag über die Globalisierung im 21. Jahrhundert, einem Jahrhundert voller Änderungen, Chancen und Risiken. Im ersten Teil seiner Rede beeindruckte er das Publikum mit zahlenmäßigen Beweisen, dass Indien und China auf dem Vormarsch in der globalen Wirtschaft. So gibt es zum Beispiel mehr IT-Spezialisten in diesen Ländern als Einwohner in Großbritannien. Und die USA war und ist immer noch der Haupttreiber der Globalisierung, die mehr Innovation in den letzten 50 Jahren hervorbrachten als die gesamte Menschheit bis 1950. Vor dem globalen Hintergrund müssen sich Unternehmen des Paradigmenwechsels bewusst sein: Geschäftsmodelle ändern sich enorm, bestehende Modelle haben keine Gültigkeit mehr. Scase drückt es mit den Wortern von Bill Gates aus: „The 21st century is the century of small businesses”. Aufgrund des Kostendrucks durch Großkunden sind auch kleine Unternehmen gezwungen, auf dem asiatischen Markt zu agieren. Scase beschreibt diese Entwicklung als „Second Stage Globalization“. Er spricht von „integrating corporate elephants and entrepreneurial fleas into the globalized world“.
Nur kleine Unternehmen können den Anforderungen der globalen Wirtschaft gerecht werden: eine höhere Bereitschaft für Risiken, stärker unternehmerisches, flexibles Denken, effektives Umgehen mit immer kürzeren Zeitspannen, in denen Leistungserfolge erzielt werden müssen und effektive Lösungen für Knowledge Management.
Die gesamte globale Wirtschaftsentwicklung sieht Scase verursacht durch Informations- und Kommunikationstechnologien. Die weltweite Vernetzung durch Mobilfunk und Internet ist das Backbone, um in der globalen Wirtschaft agieren zu können. Ein wichtiger Erfolgsfaktor für globale Unternehmen sind außerdem deren Mitarbeiter, die laut Scase immer mehr zu der iPod-Generation gehören. Diese Generation, die als Kinder hauptsächlich in ihren „bedrooms“ vor dem PC aufgewachsen ist, ist laut Scase äußerst kreativ, global vernetzt und stellt veränderte Anforderungen an zukünftige Jobs und Arbeitsplätze (flexible Arbeitszeiten, Raum für informelle Kommunikation und Weiterbildung; Möglichkeiten für Inspiration, Enthusiasmus und Leidenschaft): Richard Scase wörtlich: „Young people are no longer member of local communities, but of global communities“.
Auch wenn die Zahlen der Globalisierung zunächst ernüchternd klingen, so schließt Richard Scase seinen Vortrag dennoch mit einem positiven Fazit: „As far as future is concerned: We still have not seen nothing yet!“
















