Web 3.0: Semantische Technologien für das Internet der Dienste und Dinge
Das Internet der Dienste und Dinge ist der nächste Entwicklungsschritt der Web-Technologien. Dadurch können mobile Subsysteme auf Informationen aus dem Web zugreifen.
Prof. Wahlster definierte in seinem Vortrag das Web 3.0 als die Kombination des semantischen Webs mit Web 2.0 Technologien. Anschaulich erklärte er dies anhand der Frage “Wer hat 1954 die Fußball-Weltmeisterschaft gewonnen?” Antworten, die das Smart Web dann liefert sind multimedial. Semantische Zugriffsdienste verbinden nicht nur automatisch mehrere Dienste, sondern ermöglichen auch die Interaktion mit dem Benutzer.
Spannender als das Internet der Dienste ist jedoch das Internet der Dinge, also der Ausstattung alltäglicher Gegenstände mit Funksensorik, die Informaionen über Internet-Techologie aussenden. Diese Informationen werden z. B. durch RFID Chips ausgesendet. Smart Dust, also elektronischer Staub in Form von implantierten Funk-Chips, die unter einem Quadratmillimeter klein sind, ist heute dazu in der Lage, Informationen aus alltäglichen Dingen auszusenden. Eine vielversprechende Anwendung dieser Technologie ist das digitale Produktgedächtnisse. Funksensoren in Produkten speichern dabei Informationen über Umweltbedingungen, Eigenschaften, Standorte, etc. Produkte können so Aussagen über ihren Zustand oder ihre Eigenschaften aussenden. Darauf können wiederum Dienste aufsetzen, die diese Informationen in nutzwertigen Funktionen weiterverwenden. Das digitales Produktgedächtnis eines Autos z. B. liefert Antworten auf die Fragen, ob Femdteile eingebaut sind, wie oft das Auto mit zu wenig Öl gefahren wurde, ob der Airbag schon einmal benutzt wurde, usw.
Zuletzt präsentierte Prof. Wahlster eine Zukunftsperspektive, die er gemeinsam mit dem Cyber Assist Research Consortium arbeitet. In diesem Szenario werden Funk-Chips z. B. auf der Zunge implantiert oder in Kleidung eingebaut. Die Funktionsmächtigkeit dieser Chips ermöglicht dem Träger mit seiner Umwelt digital zu interagieren, z. B. mit implantierten Chips zu bezahlen, digitale Produkte auf den Chips in der Kleidung zu speichern oder Freunde auf Umgebungskarten zu lokalisieren, die in virtuellen Reality-Brillen angezeigt werden.
Die Zukunft des Webs manifestiert sich durch Web 3.0 in der Allgegenwart von Internet-Technologien, die das semantische Web mit dem Prinzip der Benutzerpartizipation kombiniert.



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