Dresden Future Forum

Archive for December, 2008

Robert Sasse on December 11th, 2008 in Future Technologies | 0 Comments

Mit dem Avatar zur Fortbildung in 3D

E-Learning in virtuellen Welten

Mit Second Life hat in der Vergangenheit zum ersten Mal eine technologische Plattform für 3D-Welten eine breite öffentliche Aufmerksamkeit gefunden. Die 3D-Welt wurde und wird in erster Linie von privaten Usern genutzt. 3D-Infrastrukturplattformen eignen sich aber nicht nur zum privaten Vergnügen, sondern finden auch beim E-Learning eine sinnvolle Anwendung. Das zeigt sich bei genauerer Betrachtung der bestehenden E-Learning Angebote in der virtuellen Welt. Denn in der 3D-Umgebung lässt sich mit neuartigen Veranstaltungsformen wie Open Spaces und BarCamps experimentieren und zusätzlich Erfahrungen für kommende 3D-Welten im E-Learning sammeln. Simulierte Erlebniswelten ermöglichen zudem konkrete Trainings im Team und bieten Übung beim Umgang mit der Orientierung in bestimmten Situationen. Auch wenn die Nutzerzahlen für Second Life auf den Rückmarsch sind, wird das Thema E-Learning in neuen 3D-Welten zukünftig seinen Markt finden.

Die Gartner Group geht davon aus, dass schon 2011 rund 80% aller Internetnutzer über einen digitalen Repräsentanten oder Avatar verfügen. Ein idealer Nährboden für eine große Zahl von neuen Angeboten wie zum Beispiel die Online-Plattform Twinity, die zunächst mit einem virtuellen Berlin aufwartet. Doch für welche Formen der Wissensvermittlung eignen sich virtuelle Welten überhaupt? Die aktuell häufigste Anwendung sind Veranstaltungen. Typische Veranstaltungsformen in digitalen Welten sind BarCamps, Open Space, Kongresse oder Podiumsdiskussionen. Diese lassen sich in der Regel recht einfach realisieren.

Dresden Open Space 08

Auch in der in der betrieblichen Bildung gewinnt die virtuelle Lernwelt an Bedeutung. Verkaufsgespräche, Verhandlungssituationen und Teamtrainings können in virtuellen Welten abgebildet werden. Zudem sind digitale Welten bei der verteilten Gruppenarbeit besser als Telefonkonferenzen. Das zeigt das Forschungsergebnis einer Untersuchung der US-Universität Penn State. Auch für spezialisierte Lernformen wie Sprachunterricht oder Methoden wie Brainstorming eignen sich 3D-Welten. Einer der Hauptgründe mag in der oft angenehmen Lernatmosphäre liegen.

Viele Universitäten nutzen heute schon diesen Vorteil und sind in virtuellen Welten, meist Second Life, nicht nur mit Repräsentanzen sondern mit aktiven Lernangeboten vertreten. Die Uni Bielefeld etwa zeigt Vorlesungen und Seminare in virtuellen Lernräumen, die durch Sprechstunden in der Online-Repräsentanz begleitet werden. Für die Studenten bietet sich zudem der Vorteil, dass Sie nicht wie bisher nur auf Abruf lernen müssen, sondern als „Learning on demand“ zu jeder beliebigen Uhrzeit lernen können. Da sich Lernen zukünftig nicht mehr zeitlich am Angebot ausrichtet sondern an den Lernenden, wird sich dies wie ein Turbo auf die Bereitschaft der Menschen auswirken im privaten Bereich Fortbildungen zu absolvieren oder Fernstudiengänge zu belegen. Nicht zuletzt dank der Möglichkeit qualifizierte Bildung mit digitaler Technik günstiger zu erhalten.

Webbasierte Experten- und Schulungssysteme in Form multimedialer Lehr- und Lernmodule zur Weiterbildung sind weitere Beispiele für E-Learning-Anwendungen in 3D. Vor dem Hintergrund des wachsenden Bedarfs an Fortbildung und dem unterfinanzierten Bildungssystem ist von einem weiteren rasanten Anstieg von E-Learning Angeboten auszugehen. 3D-Welten werden in diesem wachsenden Markt Ihre Bedeutung finden. Nicht zuletzt Dank Ihrer visuellen Vorteile.