Dresden Future Talk: Johannes Kreidler
Der Komponist Johannes Kreidler tritt am 02. März 2010 auf der CeBIT auf. Im Rahmen der Webciety Conference führt Johannes Kreidler ein Klang-Arragement auf.
Dresden Future Talks 2009 – Johannes Kreidler from Dresden Future Forum on Vimeo.
Kreidlers Werk verdeutlicht, welche Auswirkungen die technologische Entwicklung auf den Kunstbegriff, das Selbstverständnis des Künstlers und den Kulturbetrieb haben. Seine computergestützen Klangkompostionen und akkustischen Arragements stellen die politische und gesellschaftliche Gegenwart provokant in Frage. So vertonte er in seinem Stück “Charts Music” die Volatilitäten verschiedener Aktienkurse US-amerikanischer Finanz- und Wirtschaftsunternehmen, die sich im freien Fall der Finanzkrise befanden. Die GEMA und mit ihr die Regelungen des deutschen Urheberrechts führte er mit seinem 33 Sekunden langen Musikstück “product placements” radikal an ihre Grenzen. Für die verwendeten Fremdanteile in “product placements” reichte Kreidler in einer Aktion 70.200 Papieranträge bei der GEMA ein.
Mit “Fremdarbeit” realisierte er ein Stück Ausbeutungskunst, indem er Komponisten aus Billiglohnländern beauftragte, auf der Basis seiner eigenen Kompositionen Plagiate zu erschaffen. Die Produktionskosten für diese Fremdarbeiten lagen deutlich unter dem Honorar, das er für dieses Auftragswerks erhielt. “Fremdarbeit” stellt damit nicht nur die Frage nach dem Wert von Kunst, sondern auch die nach der Identität des Künstlers.
Johannes Kreidler begann im Alter von neun Jahren zu komponieren. Er studierte am Institut für Neue Musik der Musikhochschule Freiburg und am Institut für Sonologie am Koninklijk Conservatorium Den Haag. Seit 2006 unterrichtet Kreidler Musiktheorie, Gehörbildung und Elektronische Musik an der Hochschule für Musik und Theater in Rostock, am Hochbegabtenzentrum der Musikhochschule Detmold und seit 2009 an der Hochschule für Musik und Theater Hannover.
Im Interview mit Steffen Büffel spricht Johannes Kreidler über die technologischen Möglichkeiten computergestützer Erschaffung von Kulturgütern, die Demokratisierung der Produktionsmittel und die Auswirkung dieser Entwicklungen auf Künstler und die Gesellschaft.










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