Hyper-Public – ein Symposium über die Gestaltung von Privatsphäre und Öffentlichkeit in einer vernetzten Welt
Die Allgegenwärtigkeit des Netzes erfüllt den öffentlichen Raum nicht nur, das Netz erweitert ihn auch. Bewusst oder unbewusst hinterlassen wir digitale Spuren auf öffentlichen Plätzen, Straßen, Bahnhöfen, Flugplätzen, mit unseren Smartphones, Notebooks und GPS Geräten.
Die Veränderung der Privatsphäre durch Technologie war das große Thema der Hyper-Public Konferenz. Die Hyper-Public ist ein vom Berkman Center for Internet and Society der Harvard Universität organisiertes Symposium zur Gestaltung von Privatsphäre und öffentlichem Raum in einer vernetzten Welt.
Urs Gasser und Judith Donath, beides Forscher am Berkman Center, betonten in ihrer Begrüßung, dass durch die technologische Entwicklung die Grenzen zwischen öffentlichem und privatem Leben immer mehr verschwimmen. Urs Gasser berichtete, dass in der Schweiz im Zuge der Einführung von Google Streetview ein Gesetz zur verbesserten Anonymisierung verabschiedet wurde. Judith Donath ging einen Schritt zurück und stellte die Frage: was ist überhaupt Privatheit – und was Öffentlichkeit? So trifft man sich für Verabredungen gezielt in der Öffentlichkeit, zum Beispiel im Restaurant, obwohl man Zeit zu zweit verbringen möchte. Die Frage nach Öffentlichkeit und Privatsphäre kann also aus verschiedenen Perspektiven betrachtet werden. Bei der Hyper-Public fand eine interdisziplinäre Untersuchung des Themas statt.
Adam Greenfield, Inhaber der Agentur Urbanscale, hielt einen Vortrag über vernetzte Städte zum Programmpunkt “The Risks and Beauty of the Hyper Public Life”.
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Virtuelle Vorlesung zu Künstlicher Intelligenz an der Stanford University – wir machen mit!
Stanford Professor Sebastian Thrun und Googles Forschungsdirektor Peter Norvig bieten gemeinsam an der Stanford University School of Engineering die Vorlesung Introduction to Artificial Intelligence an. Das Besondere: die Vorlesung, die normalerweise vor ca. 200 Stanford-Studenten gehalten wird, steht im Internet frei zur Verfügung.
Alle Interessierten können sich anmelden und von Oktober bis Dezember an den wöchentlichen Lectures zu künstlicher Intelligenz teilnehmen. Es erwartet sie Studentenalltag: Lernen, Hausaufgaben und Prüfungen. Der Kurs wird aufgrund des großen Interesses in zwei Versionen angeboten: als Grundlagen der künstlichen Intelligenz und für Fortgeschrittene auf Stanford-Niveau.
Im Video erklärt Professor Thrun, was ihn dazu bewegt hat, die Vorlesung in dieser neuen Form anzubieten und was die Online-Studenten erwartet.
Das Team des Dresdner Zukunftsforums wagt das Experiment und immatrikuliert sich. Bis Dezember werden wir hier im Blog regelmäßig über die Vorlesung berichten.
Noch einmal in Kürze die Zahlen & Fakten:
Wann: von 10. Oktober bis 16. Dezember
Wo: im Internet http://www.ai-class.com/
Kosten: keine – die Vorlesung wird kostenlos angeboten. Studenten können sich das Buch von Peter Norvig zu Artificial Intelligence kaufen, müssen aber nicht. (alle Einnahmen aus dem Buchverkauf werden für einen guten Zweck gespendet)
Kreatives Vergessen dank Google?
Betsy Sparrow untersuchte mit ihren Kollegen Jenny Liu und Daniel M. Wegner vom Institut für Psychologie an der Columbia University die Auswirkungen des Internets auf unsere Erinnerungsfähigkeit.
In einem Interview mit der Nachrichtensendung PBS Newshour fasst die Co-Autorin Sparrow die wichtigsten Erkenntnisse zusammen.
Laut Sparrow nutzt der Mensch zur Erinnerung, Archivierung und Organisation seines Wissens externe Speicher (Transactive Memory Systems). Bisher waren das vor allem Mitmenschen, Bibliotheken, Notizen, Bücher und andere Speicherorte, die das Wissen für uns jederzeit abrufbar aufbewahrten.
Mit der Entwicklung des Internets und dem stetigen Vormarsch von Suchmaschinen wie Google verlieren die „alten“ Wissensspeicherorte an Bedeutung. Über das Internet sind die Informationen schneller abrufbar und überall verfügbar. Sparrow stellt eine Priorisierung des Speicherorts im Gegensatz zu den Informationen selbst fest, das heißt wir wissen schneller, wo wir die Informationen finden. Sie sagt ausdrücklich, dass die Informationen weiterhin in unserem Gedächtnis sind, aber wir nicht mehr den gewohnten Zugang zu ihnen nutzen.
Sind wir also dümmer, wenn wir nicht mit dem Internet verbunden sind? Für Sparrow kommt es darauf an, wie sehr wir die Antwort auf eine Frage wissen wollen. Auch ohne Internet werden sich weiterhin kreative Wege finden lassen, um wichtige Informationen in Erinnerung zu behalten – und sei es mithilfe von klassischen Post-its am Kühlschrank.
Das Ergebnis der Studie wurde mit dem Titel „Google Effects on Memory: Cognitive Consequences of Having Information at our Fingertips“ unter www.sciencemag.org veröffentlicht und kann hier heruntergeladen werden.









