Breakout Session mit Holm Friebe – Culturepreneure als neues ökonomisches Rollenmodell und Innovationstreiber
In seiner Breakout Session diskutierte Holm Friebe, Geschäftsführer der zentralen Intelligenz Agentur, mit den Teilnehmern des 5. Dresdner Zukunftsforums Aspekte des neuen Arbeitslebens, die mit dem digitalen Wandel einhergehen und durch die Kreativwirtschaft initiiert werden.
Holm Friebe zufolge besteht der zündende Funke des Internets für eine neue Vision unserer Arbeitswelt in der Tatsache, dass Arbeit wieder stärker zu dem wird, was sie eigentlich sein sollte: eine Sache, die um ihrer selbst willen ausgeübt wird – aus einer intrinsischen Motivation heraus. Die digitale Welt von heute bietet eine Infrastruktur und neue Vertriebswege für Menschen, die Ideen verwirklichen wollen – und sei es nur, wenn sie entdecken, dass sie mit einem banalen Hobby wie Stricken Geld verdienen können. Denn die so genannte Marke Eigenbau (so das gleichnamige Buch von Holm Friebe und Thomas Ramge) legt ihr verstaubtes Image ab und wird, man glaubt es kaum, sexy. Selbstgemachtes und Handwerkliches zählt wieder etwas, denn es ist originell und individuell.
Was passiert, wenn die digitale Welt auf die Welt der Atome trifft, zeigen 3D-Drucker: Sie bieten neue Möglichkeiten zur individuellen Produktion, auch wenn Gegenstände mit komplexen Oberflächen noch schwer herzustellen sind. Diese Aufgabe könnten künftig Fab-Cafés übernehmen: Dort druckt man etwas, wie in einem Copy-Shop, und trinkt in der Wartezeit einen Kaffee. Dies ist eine neuen Dimension dezentraler Produktionsmöglichkeiten.
So bietet sich eine Option den starren Strukturen der heutigen Arbeitswelt zu entrinnen. Arbeitgeber werden sich darauf einstellen müssen, dass ein Mitarbeiter nicht mehr nur für ihr Unternehmen tätig ist – der Trend geht hin zu einer Projektisierung und Kleinteilung unserer Arbeitswelt. Große Unternehmen sind dennoch nicht passé. Holm Friebe verglich die Wirtschaft mit einem Glas, bis an den Rand gefüllt mit Murmeln, den großen Unternehmen. Auch wenn man meinen könnte, es wäre kein Platz mehr für neue Akteure, bieten die Zwischenräume Platz genug für Sandkörner, die kleinen individuellen Innovationstreiber der Kreativwirtschaft. Mit Nachdruck plädierte Holm Friebe jedoch für ein breit angelegtes Verständnis von Kreativität, das seiner Meinung nach heutzutage weit über die herkömmliche Auffassung im Sinne künstlerischer Tätigkeit hinausgehe.
Weitere Aspekte von Holm Friebes Trendforschung enthält die Studie „Innovationsökologien“, die er mit Dr. Bastian Lange für das Land Nordrhein-Westfalen erstellte.










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