Breakout Session mit Martina Girkens – Die Netzwerkkultur als neues Organisationsmodell nutzbar machen
Mitarbeiter sind Menschen, keine Produktionsfaktoren.
Nach einer Kurzvorstellung von Continental, leitete Martina Girkens direkt zu den Herausforderungen dieser Zeit über. Mit strikten Topdown-Prozessen und starken Hierarchien könne dem Druck der Hersteller und der wachsenden Dynamik und Komplexität der Märkte, sowie der zwingenden Nutzung von regionalem Knowhow nicht begegnet werden. Stattdessen müsse ein Wertewandel erfolgen, in denen Mitarbeiter als Menschen wahrgenommen werden, nicht als Produktionsfaktoren. Gerade junge Menschen, die mit den neuen Möglichkeiten der Vernetzung aufgewachsen seien, wollen diese neue Art des Informationsflusses auch im Unternehmen nutzen.
Diese Erkenntnisse waren der Grundstein für ein Projekt, welches die Unternehmenskultur verändern und einen Wertewandel hervorbringen sollte. Anfang 2010 wandelte sich das Bild bei Continental, von der Maschine zu einem lebenden Organismus als Antwort auf Dynamik und Komplexität. 2011 lautete der Slogan: Strong character – Stronger together. Dennoch konnte nicht völlig auf hierarchische Strukturen verzichtet werden. Auf die Frage, ob ein Reaktionsteam innerhalb eines Netzwerks nicht den Informationsfluss einschränke und bestimme, antwortet Girkens: „Wir sind immer noch ein Unternehmen, keine Demokratie.“ Ein Netzwerk mit aussagekräftigen Profilen wurde geschaffen, in dem glaubwürdige Informationen ausgetauscht werden, und auch mit gewissen Standards gearbeitet wird, z.B. für den Aufbau einer Wissensdatenbank.
2012 basiert das interne Netzwerk von Conti auf vier Werten: Verbundenheit, Vertrauen, Handlungsfreiheit, aber auch der Leidenschaft zu gewinnen. Diese Veränderungen müssen von der obersten Ebene gelebt werden: Bottom Up Informationsflüsse werden gestärkt, Top Manager von Mitarbeitern angeschrieben. Eine Kontrollfunktion gibt es nicht, aber unangemessene Kommentare können gemeldet werden. Die Kommunikation ist in jeder Sprache möglich, und technisch gesehen funktioniert die Plattform nach dem Followerkonzept. Sie basiert auf IBM Connection, Microsoft Tools und Cormedia. Martina Girkens versteht die Tools als Enabler, um das eigentliche Netzwerk greifbar zu machen. Fokus des Vortrages waren deshalb nicht die eingesetzten Technologien, sondern die Sichtbarmachung des Mitarbeiters.
Zum Ende des Vortrags gab es kontroverse Diskussionen. Fragen nach dem Mehrwert für den Mitarbeiter, der Förderung der Akzeptanz und der Integration der Blue Collar Arbeiter standen im Vordergrund. Gab es Erfolgsfaktoren, KPIs, wie konnte das Projekt überhaupt durchgesetzt werden? Bei der Beantwortung der Fragen wurde deutlich, dass ein Trend zu Offenheit, Transparenz und Mitbestimmung verfolgt wurde, unabhängig von „alten Messlatten“ wie dem ROI.










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