Jeremy Rifkin hält Keynote beim 5. Dresdner Zukunftsforum
Der US-amerikanische Soziologe, Ökonom und Publizist Jeremy Rifkin wird beim 5. Dresdner Zukunftsforum über die Auswirkungen des technischen Wandels auf Arbeitswelt, Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt sprechen.
Jeremy Rifkin ist Gründer und Vorsitzender der Foundation on Economic Trends. In der Vergangenheit war er als Berater diverser Regierungen, der Bundeskanzlerin Angela Merkel und der EU-Kommission tätig. Rifkin hat zahlreiche Bücher veröffentlicht, darunter “Der Europäische Traum” (internationaler Buchpreis “Corine”), “Das Ende der Arbeit”, “Das Biotechnische Zeitalter” und “Access” (Bruno-Kreisky-Preis für das politische Buch).
Er prägte den Begriff “access society”, der sich in der deutschen Übersetzung “Zugangsgesellschaft” noch nicht durchgesetzt hat. Wie auch in seinem Buch „Access“ erläutert, beschreibt Rifkin mit der “access society” eine Gesellschaft, in der Netzwerke an Stelle von Märkten treten. Seine Theorien werden durchaus kontrovers diskutiert.
Neben der Keynote von Jeremy Rifkin wird es noch weitere Vorträge und Diskussionen beim 5. Dresdner Zukunftsforum geben, das Programm wird regelmäßig aktualisiert an dieser Stelle bereitgestellt.
COINs11 Basel – Thinking the swarm
COINs steht für Collaborative Innovation Networks und ist ein internationales Netzwerk von Forschern, die das Thema innovative Netzwerke interdisziplinär untersuchen.
COINs hat zum Ziel, die virtuellen innovativen Netzwerke zu erforschen, besser zu verstehen und dadurch Zugang zum Wissen dieser Netzwerke zu bekommen. Um Innovation durch Kollaboration nicht nur zu untersuchen, sondern auch zu diskutieren, finden jährlich Konferenzen statt. Bei der COINs Konferenz 2011 in Basel standen verschiedene Vorträge und Workshops auf dem Programm. Thomas Fundneider, Gründer und Geschäftsführer von theLivingCore[1], präsentierte den Workshop “Exploring (Enabling) Spaces”, in dem es um das Gestalten von Räumen ging, die Prozesse kollaborativer Wissenskreation und Innovation ermöglichen. Die Idee der enabling spaces ist, Konzepte und Qualitäten zu entwickeln und diese räumlich umzusetzen, um solche Prozesse der Kreation und Innovation zu ermöglichen. Wir fragen direkt beim Workshopleiter Thomas Fundneider nach:
Was genau bedeutet enabling spaces?
Enabling spaces sind mehrdimensionale Räume, die Rahmenbedingungen bereit stellen, um Wissensprozesse bestmöglich zu unterstützen. Der Begriff enabling hat sehr viel damit zu tun, wie wir zukunftsfähige Organisationen gestalten. Wenn Innovation im Kern einer Organisation verankert ist, sind die klassischen Managementperspektiven zwar nach wie vor wichtig, aber nicht ausreichend. Innovation kann nicht „verordnet” werden.
Enabling spaces bedeutet dann das Integrieren verschiedener Dimensionen, darunter die soziale, kulturelle, organisationale, emotionale und architektonische Dimension. Das ist mitunter sehr komplex. Bei der kulturellen Dimension geht es zum Beispiel darum, wie eine Organisation mit Neuem umgeht („die Idee wird sicher nicht funktionieren” oder „realisieren wir gemeinsam einen ersten schnellen Prototypen und lernen anhand des Feedbacks“) und um die Frage, welche Art der Innovation (radikal, inkrementell?) zur Organisationskultur passt. Dabei stellt sich die Frage, ob in Organisationen auch innovative, noch fragile Ideen gefördert und weiter verfolgt werden, oder ob diese im Unternehmensalltag „untergehen“.
Insgesamt müssen also viele Dimensionen unter einen Hut gebracht werden. Da diese Dimensionen bisher häufig isoliert betrachtet werden, ist unser Ansatz, die anderen Dimensionen von Beginn an „mitzudenken“. Wie an einem Mischpult werden die verschiedenen Dimensionen je nach ihrer Bedeutung für den Kontext zusammengeführt.
Startschuss zur AI-Class: Abgabe der Hausaufgaben in letzter Minute – wie im richtigen Leben
Am 10. Oktober startete die Stanford University mit ihrer Online-Vorlesung zu “Artificial Intelligence”. Professor Sebastian Thrun von der Stanford University und Peter Norvig, Forschungsdirektor von Google, präsentieren den Studenten online eine Einführung in die Künstliche Intelligenz.
Die Vorlesung ist pro Block in mehrere kurze Video-Abschnitte gegliedert, die die Studenten ansehen und so bei Bedarf auch an das eigene Lerntempo anpassen können. Die meisten Einheiten schließen mit einem kurzen Quiz ab. Wer den “advanced track” belegt hat, muss wöchentlich Hausaufgaben abgeben.
Zunächst stellten die Dozenten die Terminologie anhand von Beispielen dar. So unterscheiden sich die “intelligent agents” genannten Programme für künstliche Intelligenz darin, ob sie
- ganz oder nur teilweise beobachtbar
- deterministisch oder stochastisch
- diskret oder stetig
- freundlich oder gegnerisch
sind.
Schach zum Beispiel ist vollkommen beobachtbar im Gegensatz zu einem Kartenspiel, bei dem man nicht weiß, welches Blatt der Gegenspieler auf der Hand hat. Darüber hinaus ist Schach deterministisch bzw. plangesteuert, ein Würfelspiel dagegen ist stets stochastisch oder vom Zufall abhängig. Beim Faktorenpaar diskret oder stetig lässt sich Schach als diskret einordnen, da es nicht unendlich viele Handlungsmöglichkeiten gibt. Das Werfen von Dart-Pfeilen hingegen lässt sich als stetig bezeichnen, da es hier unendlich viele Möglichkeiten gibt. Ob ein „intelligent agent“ schließlich freundlich oder gegnerisch genannt werden kann, hängt davon ab, ob ein Gegner mit eigener Agenda vorhanden ist. Beim Schach ist dies in Form eines Gegenspielers der Fall, es ist also als gegnerisch zu bezeichnen.
In der ersten Hausaufgabe der AI Class ging es dann auch unter anderem darum, die Spiele Dame und Poker den vier Faktorenpaaren zuzuordnen. Außerdem sollten die in der Vorlesung besprochen Suchalgorithmen breadth-first-search, depth-first-search, greedy-best-first-search und A*-algorithm angewendet werden.
Da offenbar viele Studenten ihre Hausaufgaben in letzter Minute einreichten – wie im richtigen Leben – brachen die Server der Stanford University am Sonntagabend MEZ zusammen. Aus diesem Grund wurde die Abgabefrist für die erste Hausaufgabe um 24 Stunden verlängert. Ab kommender Woche sollen die Server besser auf den Ansturm vorbereitet sein. Bis 16. Dezember werden wöchentlich neue Vorlesungen online gestellt.
E12-Innovationspreis: die Bewerbungsfrist läuft
Deutsche Start-ups aus der eBusiness-Branche können sich bis zum 06. November mit ihrer Idee für den Innovationspreis des E12-Gipfels bewerben. Zu gewinnen gibt es den E12-Innovationspreis sowie ein exklusives Mentoring mit einem der größten Unternehmen Deutschlands. Das Finale und die Vergabe des Preises findet am 30. November beim 13. E12-Gipfel in Karlsruhe statt.
Weitere Informationen finden Sie auf der Website zum E12 Gipfel.
Hyper-Public – ein Symposium über die Gestaltung von Privatsphäre und Öffentlichkeit in einer vernetzten Welt
Die Allgegenwärtigkeit des Netzes erfüllt den öffentlichen Raum nicht nur, das Netz erweitert ihn auch. Bewusst oder unbewusst hinterlassen wir digitale Spuren auf öffentlichen Plätzen, Straßen, Bahnhöfen, Flugplätzen, mit unseren Smartphones, Notebooks und GPS Geräten.
Die Veränderung der Privatsphäre durch Technologie war das große Thema der Hyper-Public Konferenz. Die Hyper-Public ist ein vom Berkman Center for Internet and Society der Harvard Universität organisiertes Symposium zur Gestaltung von Privatsphäre und öffentlichem Raum in einer vernetzten Welt.
Urs Gasser und Judith Donath, beides Forscher am Berkman Center, betonten in ihrer Begrüßung, dass durch die technologische Entwicklung die Grenzen zwischen öffentlichem und privatem Leben immer mehr verschwimmen. Urs Gasser berichtete, dass in der Schweiz im Zuge der Einführung von Google Streetview ein Gesetz zur verbesserten Anonymisierung verabschiedet wurde. Judith Donath ging einen Schritt zurück und stellte die Frage: was ist überhaupt Privatheit – und was Öffentlichkeit? So trifft man sich für Verabredungen gezielt in der Öffentlichkeit, zum Beispiel im Restaurant, obwohl man Zeit zu zweit verbringen möchte. Die Frage nach Öffentlichkeit und Privatsphäre kann also aus verschiedenen Perspektiven betrachtet werden. Bei der Hyper-Public fand eine interdisziplinäre Untersuchung des Themas statt.
Adam Greenfield, Inhaber der Agentur Urbanscale, hielt einen Vortrag über vernetzte Städte zum Programmpunkt “The Risks and Beauty of the Hyper Public Life”.
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Virtuelle Vorlesung zu Künstlicher Intelligenz an der Stanford University – wir machen mit!
Stanford Professor Sebastian Thrun und Googles Forschungsdirektor Peter Norvig bieten gemeinsam an der Stanford University School of Engineering die Vorlesung Introduction to Artificial Intelligence an. Das Besondere: die Vorlesung, die normalerweise vor ca. 200 Stanford-Studenten gehalten wird, steht im Internet frei zur Verfügung.
Alle Interessierten können sich anmelden und von Oktober bis Dezember an den wöchentlichen Lectures zu künstlicher Intelligenz teilnehmen. Es erwartet sie Studentenalltag: Lernen, Hausaufgaben und Prüfungen. Der Kurs wird aufgrund des großen Interesses in zwei Versionen angeboten: als Grundlagen der künstlichen Intelligenz und für Fortgeschrittene auf Stanford-Niveau.
Im Video erklärt Professor Thrun, was ihn dazu bewegt hat, die Vorlesung in dieser neuen Form anzubieten und was die Online-Studenten erwartet.
Das Team des Dresdner Zukunftsforums wagt das Experiment und immatrikuliert sich. Bis Dezember werden wir hier im Blog regelmäßig über die Vorlesung berichten.
Noch einmal in Kürze die Zahlen & Fakten:
Wann: von 10. Oktober bis 16. Dezember
Wo: im Internet http://www.ai-class.com/
Kosten: keine – die Vorlesung wird kostenlos angeboten. Studenten können sich das Buch von Peter Norvig zu Artificial Intelligence kaufen, müssen aber nicht. (alle Einnahmen aus dem Buchverkauf werden für einen guten Zweck gespendet)
CoCities: Diskussion über die Zukunft des urbanen Lebensraums
Die Faszination von Städten ist nichts Neues, schon immer haben sie Menschen angezogen. Doch durch die Digitalisierung der Gesellschaft verändert sich auch das urbane Lebensgefühl.
Die Cognitive Cities Conference (#CoCities) nimmt sich der Thematik des urbanen Lebensraums an und schafft eine Plattform für den Austausch von Ideen rund um die Gestaltung von Städten, urbanes Leben und die Veränderung von Städten durch Technologie. Zielgruppe der Konferenz sind Designer, Architekten, Stadtplaner, Web-Aktivisten, Geeks und Visionäre. Die erste CoCities Konferenz fand im Februar in Berlin statt, Gastgeber der zweiten Konferenz, des “Cognitive Cities Salon”, war Ende Juli Amsterdam.
Der Veranstalter, Third Wave, eine Berliner Strategieberatung für die digitale Welt, hatte für die TeilnehmerInnen der ersten CoCities Konferenz nicht nur ein klassisches Konferenzprogramm vorbereitet, sondern auch eine Exkursion durch Berlin. Zu entdecken gab es beim “CoCities Scavenger Hunt” unter anderem die Video-Installation “Urban Observations”, “SoniCity” – ein Forschungsprojekt, das akustische Landkarten entwirft und diverse Aktionen im Betahaus, Berlins bekanntestem Coworking Space.
Die freie Verfügbarkeit von Daten war eines der meist diskutierten Themen der Konferenz. In den Vorträgen wurden Projekte vorgestellt, die in Städten verfügbare Daten nutzbar machen. So präsentierte Dietmar Offenhuber (MIT) Strukturen, die sich durch Datenanalyse mit Hilfe von RFID Tracking ergeben. Dafür hatte ein Forschungsteam Haushaltsmüll durch RFID Chips verfolgt und den Weg bis zur endgültigen Entsorgung aufgezeichnet. Ein weiteres Forschungsprojekt, Homesense, stellte Georgina Voss vor. Homesense hat das Ziel, intelligente Häuser im Umfeld von Open Innovation zu errichten und dabei offene, kollaborative Methoden wie beispielsweise Open Source Software zu nutzen.
Bei der zweiten Ausführung der CoCities Konferenz, dem “CoCities Salon” in Amsterdam, standen die Vorträge von James Burke (VURB), Katalin Galayas (Stadt Amsterdam), Kars Alfrink (Hubbub) und Edwin Gardner (VOLUME Magazine) im Mittelpunkt. Aufgrund des regen Zuspruchs sind für das laufende Jahr noch weitere CoCities Konferenzen geplant.
Was kommt nach dem digitalen Zeitalter?
Dr. Stephan Baumann leitet am Deutschen Forschungszentrum für künstliche Intelligenz in Kaiserslautern die Abteilung Computational Culture. Forschungsgegenstand der Abteilung ist der Einfluss der omnipräsenten neuen Medien auf Leben und Kultur.
Im Interview mit Steffen Büffel definiert Dr. Stephan Baumann Computational Culture als “das Untersuchen aller Phänomene, die sich damit befassen, inwieweit man kulturelle Artefakte überhaupt mit Rechnern produzieren kann”. Eine andere Sichtweise beschreibt diese Frage: “Leben wir in einer Kultur, in der ständig berechnet wird, einer Kultur der Berechenbarkeit?”
Die neuen Medien wurden sehr schnell angenommen, es sei ganz normal auch bei einer Grillparty über Tweets zu sprechen, so Baumann. Oft wird im Internet auch nicht mehr nach einem bestimmten Musikstück gesucht, sondern nach dem besten Empfehlungsverfahren für Musik. Laut Baumann nähern wir uns damit sehr schnell der Virtualität oder einer so genannten Hyper-Realität.
Im Interview wagt Dr. Stephan Baumann einen Blick in die Zukunft. Er sieht zum einen die weitere Auswertung von Nutzerdaten und –meinungen für Prognosezwecke. Darüber hinaus wird die persönliche Verantwortung eine große Rolle spielen, was man von seinem Privatleben öffentlich preisgibt.
Doch was kommt nach dem digitalen Zeitalter? Dr. Baumann verwendet in diesem Zusammenhang die Begriffe „Post-Digital“ und „Neo-Analog“. Beides bezeichnet einen Zustand, in dem das Digitale so selbstverständlich ist, dass man nicht mehr groß darüber nachdenkt.
Um den Begriff des Neo-Analogen zu veranschaulichen, nennt Dr. Stephan Baumann als Beispiel Kunstprojekte, die sich mit dem Thema befassen:
- Auf der Website suicide machine.org kann man digitalen Freitod begehen, alle Konten bei sozialen Netzwerken werden dabei gelöscht.
- Aram Bartholl, Medienkünstler aus Berlin, baute in seiner Arbeit Map Objekte aus dem Digitalen nach und stellt sie in die reale Welt z.Bsp. Marker, wie man sie von Online-Karten kennt.
Wie Dr. Stephan Baumann den künftigen Einfluss des Post-Digitalen auf unser tägliches Leben einschätzt, sehen Sie im Future Talk Video.
3. MobileCamp Dresden
In wenigen Tagen geht das MobileCamp Dresden in die dritte Runde. Am 14./15. Mai treffen sich ca. 250 Teilnehmer aus ganz Deutschland in den Räumen der Fakultät Informatik der TU Dresden, um über aktuelle Entwicklungen und Trends im mobilen Internet zu diskutieren.
Die so genannte “Unkonferenz” (das Programm wird von den Teilnehmern selbst festgelegt) richtet sich nicht nur an Entwickler und Designer, sondern auch an interessierte Anwender. Die Teilnahme ist kostenlos. Anmeldung und weitere Infos gibt es unter: www.mobilecamp.de.
Wann? Sa 14. – So. 15. Mai 2011
Wo? Fakultät Informatik der TU Dresden, Nöthnitzer Straße 46, 01187 Dresden
Internet for all
20 years after Sir Tim Berners-Lee invented the World Wide Web, we ask him in our Future Talk: What is the future of the Internet?
Sir Tim first emphasises that the future of the Web is difficult to predict. One goal however should be to create a platform that promotes future developments and applications, and to do so without imposing limitations so that all development options remain open.
Asked how we can ensure that the Web benefits people, Berners-Lee replies that several aspects have to be taken into consideration. First of all it is important, he says, to see that the 80 percent of people who currently have no access to the Internet are quickly brought on board and become part of the information society. The fundamental questions we have to ask ourselves regarding the humanity of the Web are: Does it actually help democracy or does it destabilise it? Is the Web causing people to feel that democracy is fairer, or less fair?
In 2008, Sir Tim Berners-Lee founded the World Wide Web Foundation with the aim of making the Web accessible to everyone and keeping the Internet free and open. One aspect of these efforts is of course focused on those people who have no access to the Internet at all. But the WWW Foundation also works with those who are already online, for example to increase their motivation to actively use the Internet. It often makes sense to show people that they themselves can contribute to the WWW, and not just use it passively like radio or television.
The Internet is very text-heavy, and this creates further problems: first of all for people who cannot read, and secondly because the texts on the Internet are not available in all languages. To increase WWW access for everyone, the WWW Foundation has initiated a number of projects, one of which is VOICES. The idea behind VOICES is simple: 80 percent of humanity is still offline, but mobile network coverage theoretically reaches over 90 percent of the world’s population. The project therefore seeks to advance Internet access via mobile phones. In order to avoid disadvantaging anyone, VOICES aims to develop a voice-based service that overcomes the limitations of the current (text-based) services.










