Open Science – Wissenschaft in neuem Gewand?
Die Wissenschaft rückt derzeit immer stärker ins Rampenlicht. Denn sie trägt neue Kleider: Open Science lautet die Entwicklung, die der Wissenschaft von Grund auf einen neuen, frischen Look verpassen soll. Geforscht wird nicht länger hinter verschlossenen Türen, sondern auf Online-Plattformen mit den Mitteln des Web 2.0.
Open Science existiert in Anlehnung an Open Innovation – nur verlagert sich die Szenerie vom Unternehmen in die Welt der (universitären) Forschung und Wissenschaft: Forschungsergebnisse sollen möglichst früh kommentiert, ergänzt und weiterentwickelt werden. Anders als bei Konzepten wie Open Access oder Open Data geht es hier also nicht um einen möglichst breiten, frei verfügbaren Zugang zu bereits veröffentlichten Abhandlungen oder Daten, sondern um themenorientierte Zusammenarbeit während der Entstehung des Werks.
Doch wer leistet diesen Beitrag? Der interessierte Laie oder der Kollege vom Fach, die sich in digitalen Foren einbringen? Open Science durchdringt somit zwei Dimensionen: Zum einen spricht die Methode Forscher an, sich einem breiten, unkundigem Publikum zu öffnen. Zum anderen soll damit der Austausch in Fachkreisen rund um den Globus intensiviert werden. Weiterlesen…
Die Highlights des 5. Dresdner Zukunftsforums jetzt noch einmal erleben!
Die Keynotes von Jeremy Rifkin und David Weinberger sowie weitere Programmpunkte des 5. Dresdner Zukunftsforums stehen jetzt als Videos zur Verfügung.
Das 5. Dresdner Zukunftsforum liegt hinter uns – wenn Sie möchten, können Sie die Highlights an dieser Stelle noch einmal erleben.
Keynote-Sprecher Jeremy Rifkin sprach auf dem 5. Dresdner Zukunftsforum zu den Chancen und der Notwendigkeit einer dritten industriellen Revolution:
Auf den Bedeutungswandel der klassischen Institutionen des Wissens und die neu entstehenden Wissensnetzwerke ging David Weinberger in seiner Keynote „Unsettling Knowledge“ auf dem 5. Dresdner Zukunftsforum ein:
Alle Referenten der Breakout Sessions des 5. Dresdner Zukunftsforums können Sie in der Podiumsdiskussion erleben:
Diese und andere Filme des Dresdner Zukunftsforums finden Sie auf Vimeo. Interviews mit Jeremy Rifkin, David Weinberger und Ranga Yogeshwar veröffentlichen wir hier in den kommenden Wochen.
„Knowledge is now a network!” – Keynote von David Weinberger
In seiner Keynote „Unsettling Knowledge“ ging David Weinberger der Frage nach, welche Auswirkungen Hyperlinks auf unsere westliche Wissenskultur haben. Da traditionelle Institutionen des Wissens im Begriff sind, sich zu verändern, bedarf es, so Weinberger, eines Umdenkens bezüglich der Natur und Rolle von Wissen. So legte er den Teilnehmern des 5. Dresdner Zukunftsforums seine Vision von Wissensnetzwerken dar.
Im Vergleich zu dem, was es an Informationen zu bewältigen gibt, hat der Mensch ein relativ kleines Gehirn, konstatierte David Weinberger zu Beginn seiner Keynote. Wir Menschen haben das Problem, nicht alle existierenden Informationen in unserem Gehirn speichern oder alle Prozesse, die in der Welt ablaufen, verstehen zu können. Deshalb haben wir Strategien entwickelt, dieses Wissen zu händeln. Zu diesen Strategien zählt beispielsweise, dass wir versuchen, Wissen in Büchern festzuhalten oder auf Experten zurückgreifen, die sich auf ausgewählte Themenbereiche spezialisiert haben und die in der Lage sind, uns entsprechende Fragen zu beantworten.
„Traditional institutions of knowledge” – „Systems of stopping points”
Bei beiden Formen des Wissensmanagements handelt es sich, so Weinberger, um „systems of stopping points“. Wenn wir beispielsweise die Aussage eines Experten haben, würden wir nicht mehr weiter nachfragen oder recherchieren (müssen). Ähnlich verhält es sich mit Büchern. Diese enthalten zwar Quellenangaben und Hinweise auf andere Bücher, jedoch ist es verhältnismäßig aufwendig, diesen nachzugehen: Man muss in eine Bibliothek fahren und hoffen, dass das Buch, das man sucht, präsent ist. „Books are a physically disconnected medium“, meinte Weinberger. Darüber hinaus ist das in Büchern enthaltene Wissen abgeschlossen und damit unveränderlich. „Knowledge is something settled and done because we don`t call something knowledge if people are still arguing about it.” Auf diesem Gedanken, so Weinberger, basiert das bisherige Wissensmanagement der westlichen Welt.
Breakout Session mit Ole Seidenberg – Die digitale Revolution der Weltverbesserung
Ole Seidenberg stellte in der Breakout Session „Die digitale Revolution der Weltverbesserung“ vielfältige Möglichkeiten vor, wie das Web genutzt werden kann, um kreativ soziale und ökologische Projekte unabhängig von großen Organisationen zu realisieren.
Wie können wir das Denken des ökonomischen Egoismus hinter uns lassen? Wie können NGOs Social Media und das Web für sich nutzen? Wie kann man Menschen mobilisieren, damit sie sich sozial engagieren? Mit diesen und anderen Fragen beschäftigen sich Ole Seidenberg und seine Kollegen von nest.
Die zentrale Frage der von Ole Seidenberg gestalteten Breakout Session war:
Was verändern die (so genannten) sozialen Medien für die Förderung gemeinnütziger Projekte?
Ole Seidenberg stellte in der Session Web-Trends vor, anhand derer er die neu entstandenen Möglichkeiten für die Förderung gemeinnütziger Projekte beschrieb: Diintermediation & Storytelling, Transparenz, Shopping, Datenvisualisierung, Partizipation, Mapping und Crowdsourcing in sozialen Netzen, Information and Communication Technologies for Development (ICT4D), Social Gaming, AdBusting & Spiel mit Identität.
Diese Trends veranschaulichte er anhand zahlreicher praktischer Beispiele. Die Präsentation von Ole Seidenberg zu seiner Session finden Sie hier.
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Breakout Session mit Ibrahim Evsan und Christian Rätsch – Marketing und Kommunikation in einer Welt der massenhaften Medienmarken
Christian Rätsch und Ibrahim Evsan legten den Fokus ihrer Breakout Session auf Social Media und bescherten den Teilnehmern zwei unterschiedliche Blickwinkel. Aspekte von sozialen Netzwerken wurden aus unternehmerischer und individueller Sicht beleuchtet.
Christian Rätsch eröffnete die Session mit der Frage „Wo ist die digitale Revolution?“. Aus Unternehmenssicht beschrieb der Kommunikationsexperte die Digitalisierung als „Allesfresser“. Denn ein Großteil unserer Daten und Bilder befände sich inzwischen im Netz bzw. der Cloud. Der Übergang von Print zu Digital entwickle sich rasant und das Smartphone werde in Zukunft eine größere Rolle spielen als die Telefonie. Auch Social Media Kanäle beschränkten sich nicht mehr nur auf den privaten Gebrauch: So ist davon auszugehen, dass künftig mehr mittelständische Unternehmen interne Netzwerke als Tool zur Unternehmenskommunikation verwenden werden. Weiterlesen…
Ideen, Impulse und Innovationen – Das 5. Dresdner Zukunftsforum geht zu Ende
Ein spannender Tag voller neuer Eindrücke und Informationen liegt hinter uns. Wir sind alle tief beeindruckt von der großen Fülle an innovativen Gedanken, denen wir heute lauschen durften und die uns bis auf weiteres genug Stoff für Diskussionen und neue Denkansätze liefern werden – nicht zuletzt wegen der Keynotes von Jeremy Rifkin und David Weinberger.
Zeit für tiefergehende Gespräche bietet der heutige Abend: Bei der Aftershow-Party lassen wir den Tag im Seehaus auf dem Gelände des Erlwein-Capitols ausklingen und unsere Erlebnisse Revue passieren. Das Wetter scheint uns jedenfalls wohlgesonnen: nach strömendem Regen am Vormittag, blinzelt nun ab und an die Sonne hinter den Wolken hervor.
Eine Zusammenfassung der Keynote von David Weinberger und der Breakout Sessions von Ole Seidenberg sowie von Ibrahim Evsan und Christian Rätsch folgt in den nächsten Tagen in diesem Blog. Außerdem werden wir hier weitere Inhalte zum 5. Dresdner Zukunftsforum, wie Fotos und Videos, bereitstellen.
Dieses 5. Dresdner Zukunftsforum soll nicht das letzte in seiner Reihe sein: In seinem Abschlusswort kündigte Peter Klingenburg, Geschäftsführer der T-Systems-Multimedia Solutions, den Gästen an, dass das Zukunftsforum auch in zwei Jahren wieder als Diskussionsforum fortgesetzt werden soll.
Wir freuen uns auf eine Neuauflage des Dresdner Zukunftsforums und bedanken uns an dieser Stelle noch einmal herzlich bei allen Referenten, Teilnehmern, Organisatoren und Freunden des Dresdner Zukunftsforums!
Breakout Session mit Holm Friebe – Culturepreneure als neues ökonomisches Rollenmodell und Innovationstreiber
In seiner Breakout Session diskutierte Holm Friebe, Geschäftsführer der zentralen Intelligenz Agentur, mit den Teilnehmern des 5. Dresdner Zukunftsforums Aspekte des neuen Arbeitslebens, die mit dem digitalen Wandel einhergehen und durch die Kreativwirtschaft initiiert werden.
Holm Friebe zufolge besteht der zündende Funke des Internets für eine neue Vision unserer Arbeitswelt in der Tatsache, dass Arbeit wieder stärker zu dem wird, was sie eigentlich sein sollte: eine Sache, die um ihrer selbst willen ausgeübt wird – aus einer intrinsischen Motivation heraus. Weiterlesen…
Breakout Session mit Dr. Marcus M. Dapp – Herausforderung & Erfolgsfaktoren für die digitale Bürgergesellschaft
Gutten-Plag, Wikileaks und nicht zuletzt die Piratenpartei zeigen, dass durch den Wandel zum Web 2.0, sowie durch die damit einhergehenden neuen Möglichkeiten der Kommunikation und Interaktion, neue Erwartungen an Transparenz, Kollaboration und Partizipation entstehen.
Dr. Marcus Dapp erläuterte in seiner Breakout Session, dass die Open-Lösungen momentan nicht nur im öffentlichen Sektor einen regelrechten Hype erfahren. Auch in Unternehmen werden sie in Zukunft nicht mehr wegzudenken sein.
Für mich, für dich, für alle – Open Government im öffentlichen Sektor!
Anhand verschiedener Beispiele erläuterte Dapp erste Entwicklungen in den Bereichen Open Data und Open Government. Sein eigenes ePartizipationsprojekt MOGDy, eine Plattform, auf der Münchner Bürger ihre Ideen und Erwartungen an das digitale München generieren, kommentieren und raten konnten, wurde sogar auf EU-Ebene ausgezeichnet.
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Breakout Session mit Martina Girkens – Die Netzwerkkultur als neues Organisationsmodell nutzbar machen
Mitarbeiter sind Menschen, keine Produktionsfaktoren.
Nach einer Kurzvorstellung von Continental, leitete Martina Girkens direkt zu den Herausforderungen dieser Zeit über. Mit strikten Topdown-Prozessen und starken Hierarchien könne dem Druck der Hersteller und der wachsenden Dynamik und Komplexität der Märkte, sowie der zwingenden Nutzung von regionalem Knowhow nicht begegnet werden. Stattdessen müsse ein Wertewandel erfolgen, in denen Mitarbeiter als Menschen wahrgenommen werden, nicht als Produktionsfaktoren. Weiterlesen…
Wir brauchen eine Vision! Wir brauchen eine dritte industrielle Revolution! – Keynote von Jeremy Rifkin
Unsere Welt steht vor immensen Herausforderungen: In einer eindringlichen Keynote beschrieb Jeremy Rifkin den Teilnehmern des 5. Dresdner Zukunftsforums seine Vision zur Lösung der weltweiten Energiekrise und identifizierte insbesondere das Internet als jenes Medium, das eine dritte industrielle Revolution einleiten könnte.

Laut Jeremy Rifkin haben wir die Höchstfördermenge an fossilen Brennstoffen bereits erreicht und durch steigende Energiepreise stößt das weltweite Wirtschaftswachstum längst an seine Grenzen. Auf eine Periode kurzfristigen Wachstums folgt mittlerweile stets eine Phase längerfristiger Rezession– und der Rhythmus, mit dem diese Zyklen auftreten, wird immer kürzer. Deshalb stellt Jeremy Rifkin die alles entscheidende Frage: Wie können wir aus diesem Teufelskreis ausbrechen? Wie können wir unsere Ressourcen intelligent nutzen, ohne unmittelbar das Ende der Spezies Mensch und der Biodiversität auf der Erde einzuleiten? Weiterlesen…











