COINs11 Basel – Thinking the swarm

COINs steht für Collaborative Innovation Networks und ist ein internationales Netzwerk von Forschern, die das Thema innovative Netzwerke interdisziplinär untersuchen.

Thomas Fundneider (theLivingCore)COINs hat zum Ziel, die virtuellen innovativen Netzwerke zu erforschen, besser zu verstehen und dadurch Zugang zum Wissen dieser Netzwerke zu bekommen. Um Innovation durch Kollaboration nicht nur zu untersuchen, sondern auch zu diskutieren, finden jährlich Konferenzen statt. Bei der COINs Konferenz 2011 in Basel standen verschiedene Vorträge und Workshops auf dem Programm. Thomas Fundneider, Gründer und Geschäftsführer von theLivingCore[1], präsentierte den Workshop “Exploring (Enabling) Spaces”, in dem es um das Gestalten von Räumen ging, die Prozesse kollaborativer Wissenskreation und Innovation ermöglichen. Die Idee der enabling spaces ist, Konzepte und Qualitäten zu entwickeln und diese räumlich umzusetzen, um solche Prozesse der Kreation und Innovation zu ermöglichen. Wir fragen direkt beim Workshopleiter Thomas Fundneider nach:

Was genau bedeutet enabling spaces?

Enabling spaces sind mehrdimensionale Räume, die Rahmenbedingungen bereit stellen, um Wissensprozesse bestmöglich zu unterstützen. Der Begriff enabling hat sehr viel damit zu tun, wie wir zukunftsfähige Organisationen gestalten. Wenn Innovation im Kern einer Organisation verankert ist, sind die klassischen Managementperspektiven zwar nach wie vor wichtig, aber nicht ausreichend. Innovation kann nicht „verordnet” werden.
Enabling spaces bedeutet dann das Integrieren verschiedener Dimensionen, darunter die soziale, kulturelle, organisationale, emotionale und architektonische Dimension. Das ist mitunter sehr komplex. Bei der kulturellen Dimension geht es zum Beispiel darum, wie eine Organisation mit Neuem umgeht („die Idee wird sicher nicht funktionieren” oder „realisieren wir gemeinsam einen ersten schnellen Prototypen und lernen anhand des Feedbacks“) und um die Frage, welche Art der Innovation (radikal, inkrementell?) zur Organisationskultur passt. Dabei stellt sich die Frage, ob in Organisationen auch innovative, noch fragile Ideen gefördert und weiter verfolgt werden, oder ob diese im Unternehmensalltag „untergehen“.
Insgesamt müssen also viele Dimensionen unter einen Hut gebracht werden. Da diese Dimensionen bisher häufig isoliert betrachtet werden, ist unser Ansatz, die anderen Dimensionen von Beginn an „mitzudenken“. Wie an einem Mischpult werden die verschiedenen Dimensionen je nach ihrer Bedeutung für den Kontext zusammengeführt.

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GeNeMe’11: Schöne neue Crowdsourcing Welt – Teil 2

Crowdsourcing wird bereits in unterschiedlichen Bereichen kreativ genutzt. Prof. Dr. Jan Marco Leimeisters stellte in seinem Vortrag auf der GeNeMe`11 verschiedenste Crowdsourcing-Plattformen und Projekte vor.

In unserem 1. Teil zu Prof. Dr. Jan Marco Leimeisters Vortrag Schöne neue Crowdsourcing Welt – Billige Arbeitskräfte, Weisheit der Massen? auf der GeNeMe’11 berichteten wir bereits über Crowdsourcing und Arten von Crowdsourcing, die Leimeister identifiziert hat. In einem zweiten Beitrag stellen wir nun die vielseitigen Beispiele von Crowdsourcing und Erfolgs- und Misserfolgsbeispiele, mit denen Leimeister seinen Vortrag veranschaulichte, vor.

Die Vielfalt von Crowdsourcing

Beim Crowdcreation im Sinne von Open Innovation ist der Kunde Ideenlieferant. Virtuelle Ideen-Communities oder Interessengemeinschaft, die aus sich heraus leben und nicht nur projektbezogen sind, schaffen gemeinsam Innovationen. Der Kunde kann in der frühen oder in der mittleren Phase des Innovationsprozesses als Ideenlieferant einbezogen werden oder als Tester von Innovationen und Prototypen. Auf diese Weise wird die Marktbewertung von Konzepten möglich bevor der Prozess beginnt. Starbucks nutzt dieses Prinzip beispielsweise zur Sammlung von Ideen und zur Verbesserung von Produkten.

L´Oréal setzte auf Crowdcreation im Marketing und rief zur Einsendung eines kurzen Werbespots auf. Auf diese Weise sparte das Unternehmen erhebliche Kosten für die Produktion eines eigenen Werbefilms, involvierte viele Menschen aktiv in das Produkt, schuf damit zusätzliche Werbeeffekte und nutze den Effekt des viralen Marketings des Social Web. Weiterlesen…

GeNeMe’11: Schöne neue Crowdsourcing Welt – Teil 1

Crowdsourcing bietet viele spannende Möglichkeiten, aber auch Herausforderungen für Unternehmen. Prof. Dr. Jan Marco Leimeister stellt diese und das Phänomen Crowdsourcing auf der GeNeMe`11 vor.

Die GeNeMe’11 (Gemeinschaften in Neuen Medien: Virtual Enterprises, Communities & Social Networks) tagte am 07. und 08. September 2011 zum 14. Mal an der Technischen Universität Dresden. Sie stellt eine Plattform für den interdisziplinären Austausch zwischen Hochschulen, Wirtschaft und Forschung bereit und adressiert technologische und ökonomische Aspekte der Nutzung neuer Medien, widmet sich aber auch soziologischen, psychologischen, personalwirtschaftlichen, didaktischen und rechtlichen Perspektiven im Kontext von Virtual Enterprises, Communities & Social Networks (Session-Übersicht).

Wir waren auf der GeNeMe`11 dabei, um uns Einblicke in aktuelle Projekte und Entwicklungen zu verschaffen. Prof. Dr. Jan Marco Leimeister eröffnete die GeNeMe`11 mit dem spannenden Keynote Schöne neue Crowdsourcing Welt – Billige Arbeitskräfte, Weisheit der Massen? und stellte Möglichkeiten und Herausforderungen, die sich für Unternehmen aus Crowdsourcing ergeben, vor.

Der Vortrag von Prof. Dr. Jan Marco Leimeister wird auf der Website der GeNeMe auch als Video zur Verfügung gestellt.

Der Begriff Crowdsourcing, erklärte Leimeister, kommt von „Outsourcing“. Jedoch wird beim Crowdsourcing, eine bestimmte Aufgabe eines Unternehmens nicht an ein anderes Unternehmen oder eine einzelne Person, sondern mittels eines offenen Aufrufs an eine „Masse“ (die Crowd) zur Bearbeitung abgegeben. Über Crowdsourcing können sich Unternehmen bestimmte Talente oder Eigenschaften der Masse, die ein Individuum für sich allein nicht hat, nutzbar machen. Internetplattformen sind dabei die Grundlage für Crowdsourcing.

Arten von Crowdsourcing

Leimeister identifiziert drei Arten von Crowdsourcing, die Basis von Geschäftsmodelle sein können: Crowdfunding, Crowdvoting und Crowdcreation:

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Startschuss zur AI-Class: Abgabe der Hausaufgaben in letzter Minute – wie im richtigen Leben

Am 10. Oktober startete die Stanford University mit ihrer Online-Vorlesung zu “Artificial Intelligence”. Professor Sebastian Thrun von der Stanford University und Peter Norvig, Forschungsdirektor von Google, präsentieren den Studenten online eine Einführung in die Künstliche Intelligenz.

Die Vorlesung ist pro Block in mehrere kurze Video-Abschnitte gegliedert, die die Studenten ansehen und so bei Bedarf auch an das eigene Lerntempo anpassen können. Die meisten Einheiten schließen mit einem kurzen Quiz ab. Wer den “advanced track” belegt hat, muss wöchentlich Hausaufgaben abgeben.

Zunächst stellten die Dozenten die Terminologie anhand von Beispielen dar. So unterscheiden sich die “intelligent agents” genannten Programme für künstliche Intelligenz darin, ob sie

  • ganz oder nur teilweise beobachtbar
  • deterministisch oder stochastisch
  • diskret oder stetig
  • freundlich oder gegnerisch

sind.

Schach zum Beispiel ist vollkommen beobachtbar im Gegensatz zu einem Kartenspiel, bei dem man nicht weiß, welches Blatt der Gegenspieler auf der Hand hat. Darüber hinaus ist Schach deterministisch bzw. plangesteuert, ein Würfelspiel dagegen ist stets stochastisch oder vom Zufall abhängig. Beim Faktorenpaar diskret oder stetig lässt sich Schach als diskret einordnen, da es nicht unendlich viele Handlungsmöglichkeiten gibt. Das Werfen von Dart-Pfeilen hingegen lässt sich als stetig bezeichnen, da es hier unendlich viele Möglichkeiten gibt. Ob ein „intelligent agent“ schließlich freundlich oder gegnerisch genannt werden kann, hängt davon ab, ob ein Gegner mit eigener Agenda vorhanden ist. Beim Schach ist dies in Form eines Gegenspielers der Fall, es ist also als gegnerisch zu bezeichnen.

In der ersten Hausaufgabe der AI Class ging es dann auch unter anderem darum, die Spiele Dame und Poker den vier Faktorenpaaren zuzuordnen. Außerdem sollten die in der Vorlesung besprochen Suchalgorithmen breadth-first-search, depth-first-search, greedy-best-first-search und A*-algorithm angewendet werden.

Da offenbar viele Studenten ihre Hausaufgaben in letzter Minute einreichten – wie im richtigen Leben – brachen die Server der Stanford University am Sonntagabend MEZ zusammen. Aus diesem Grund wurde die Abgabefrist für die erste Hausaufgabe um 24 Stunden verlängert. Ab kommender Woche sollen die Server besser auf den Ansturm vorbereitet sein. Bis 16. Dezember werden wöchentlich neue Vorlesungen online gestellt.

E12-Innovationspreis: die Bewerbungsfrist läuft

Deutsche Start-ups aus der eBusiness-Branche können sich bis zum 06. November mit ihrer Idee für den Innovationspreis des E12-Gipfels bewerben. Zu gewinnen gibt es den E12-Innovationspreis sowie ein exklusives Mentoring mit einem der größten Unternehmen Deutschlands. Das Finale und die Vergabe des Preises findet am 30. November beim 13. E12-Gipfel in Karlsruhe statt.

Weitere Informationen finden Sie auf der Website zum E12 Gipfel.

Hyper-Public – ein Symposium über die Gestaltung von Privatsphäre und Öffentlichkeit in einer vernetzten Welt

Die Allgegenwärtigkeit des Netzes erfüllt den öffentlichen Raum nicht nur, das Netz erweitert ihn auch. Bewusst oder unbewusst hinterlassen wir digitale Spuren auf öffentlichen Plätzen, Straßen, Bahnhöfen, Flugplätzen, mit unseren Smartphones, Notebooks und GPS Geräten.

Die Veränderung der Privatsphäre durch Technologie war das große Thema der Hyper-Public Konferenz. Die Hyper-Public ist ein vom Berkman Center for Internet and Society der Harvard Universität organisiertes Symposium zur Gestaltung von Privatsphäre und öffentlichem Raum in einer vernetzten Welt.

Urs Gasser und Judith Donath, beides Forscher am Berkman Center, betonten in ihrer Begrüßung, dass durch die technologische Entwicklung die Grenzen zwischen öffentlichem und privatem Leben immer mehr verschwimmen. Urs Gasser berichtete, dass in der Schweiz im Zuge der Einführung von Google Streetview ein Gesetz zur verbesserten Anonymisierung verabschiedet wurde. Judith Donath ging einen Schritt zurück und stellte die Frage: was ist überhaupt Privatheit – und was Öffentlichkeit? So trifft man sich für Verabredungen gezielt in der Öffentlichkeit, zum Beispiel im Restaurant, obwohl man Zeit zu zweit verbringen möchte. Die Frage nach Öffentlichkeit und Privatsphäre kann also aus verschiedenen Perspektiven betrachtet werden. Bei der Hyper-Public fand eine interdisziplinäre Untersuchung des Themas statt.

Adam Greenfield, Inhaber der Agentur Urbanscale, hielt einen Vortrag über vernetzte Städte zum Programmpunkt “The Risks and Beauty of the Hyper Public Life”.
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Virtuelle Vorlesung zu Künstlicher Intelligenz an der Stanford University – wir machen mit!

Stanford Professor Sebastian Thrun und Googles Forschungsdirektor Peter Norvig bieten gemeinsam an der Stanford University School of Engineering die Vorlesung Introduction to Artificial Intelligence an. Das Besondere: die Vorlesung, die normalerweise vor ca. 200 Stanford-Studenten gehalten wird, steht im Internet frei zur Verfügung.

Alle Interessierten können sich anmelden und von Oktober bis Dezember an den wöchentlichen Lectures zu künstlicher Intelligenz teilnehmen. Es erwartet sie Studentenalltag: Lernen, Hausaufgaben und Prüfungen. Der Kurs wird aufgrund des großen Interesses in zwei Versionen angeboten: als Grundlagen der künstlichen Intelligenz und für Fortgeschrittene auf Stanford-Niveau.

Im Video erklärt Professor Thrun, was ihn dazu bewegt hat, die Vorlesung in dieser neuen Form anzubieten und was die Online-Studenten erwartet.

Das Team des Dresdner Zukunftsforums wagt das Experiment und immatrikuliert sich. Bis Dezember werden wir hier im Blog regelmäßig über die Vorlesung berichten.

Noch einmal in Kürze die Zahlen & Fakten:

Wann: von 10. Oktober bis 16. Dezember
Wo: im Internet http://www.ai-class.com/
Kosten: keine – die Vorlesung wird kostenlos angeboten. Studenten können sich das Buch von Peter Norvig zu Artificial Intelligence kaufen, müssen aber nicht. (alle Einnahmen aus dem Buchverkauf werden für einen guten Zweck gespendet)

Kreatives Vergessen dank Google?

Betsy Sparrow untersuchte mit ihren Kollegen Jenny Liu und Daniel M. Wegner vom Institut für Psychologie an der Columbia University die Auswirkungen des Internets auf unsere Erinnerungsfähigkeit.

In einem Interview mit  der Nachrichtensendung PBS Newshour fasst die Co-Autorin Sparrow die wichtigsten Erkenntnisse zusammen.

Laut Sparrow nutzt der Mensch zur Erinnerung, Archivierung und Organisation seines Wissens externe Speicher (Transactive Memory Systems). Bisher  waren das vor allem Mitmenschen, Bibliotheken, Notizen, Bücher und andere Speicherorte, die das Wissen für uns jederzeit abrufbar aufbewahrten.

Mit der Entwicklung des Internets und dem stetigen Vormarsch von Suchmaschinen wie Google verlieren die „alten“ Wissensspeicherorte an Bedeutung. Über das Internet sind die Informationen schneller abrufbar und überall verfügbar. Sparrow stellt eine Priorisierung des Speicherorts im Gegensatz zu den Informationen selbst fest, das heißt wir wissen schneller, wo wir die Informationen finden. Sie sagt ausdrücklich, dass die Informationen weiterhin in unserem Gedächtnis sind, aber wir nicht mehr den gewohnten Zugang zu ihnen nutzen.

Sind wir also dümmer, wenn wir nicht mit dem Internet verbunden sind? Für Sparrow kommt es darauf an, wie sehr wir die Antwort auf eine Frage wissen wollen. Auch ohne Internet werden sich weiterhin kreative Wege finden lassen, um wichtige Informationen  in Erinnerung zu behalten – und sei es mithilfe von klassischen Post-its am Kühlschrank.

Das Ergebnis der Studie wurde mit dem Titel „Google Effects on Memory: Cognitive Consequences of Having Information at our Fingertips“ unter www.sciencemag.org veröffentlicht und kann hier heruntergeladen werden.

Google investiert in die deutsche Wissenschaft

Mit der Startfinanzierung durch Google wird sich nun auch die deutsche Wissenschaft der Erforschung der Auswirkungen des Internets auf die Gesellschaft widmen. Diese Investition wird in den deutschen Medien jedoch durchaus kritisch diskutiert.

Wie bereits im Februar 2011 von Google-CEO Eric Schmidt angekündigt, eröffnet in Berlin im Herbst das von Google finanzierte Institut für Internet und Gesellschaft. Partner des Instituts sind die Humboldt-Universität, die Berliner Universität der Künste, das Wissenschaftszentrum Berlin und das Hamburger Hans-Bredow-Institut. Angesiedelt wird es an der Juristischen Fakultät der HU. Ziel ist es, die vom Internet ausgehenden Veränderungen der Gesellschaft zu untersuchen und zu gewährleisten, dass alle Gruppen an der Mitgestaltung der digitalen, vernetzten Zukunft partizipieren können. Die vier Forschungsfelder internet-basierte Innovation und Ökonomie, Internet & Verfassungsrecht, Internet Governance & Policy und Internet & Medienrecht stehen im Fokus des Instituts, dem ein transdisziplinärer Forschungsansatz zugrunde liegt.

Verschiedene Seiten kritisieren, dass es die deutsche Wissenschaft bis dato versäumt hat, sich des Themas anzunehmen und es erst der Initiative des Giganten Google bedurfte, dieses Defizit zu beheben. Ein Armutszeugnis für die deutsche Wissenschaftslandschaft?1 Oder vielleicht doch eher den sowieso immer knappen Kassen für Wissenschaft und Forschung geschuldet?2 4,5 Millionen Euro Startfinanzierung in den ersten drei Jahren lässt sich Google das Institut kosten. Geplant ist, weitere Kooperationspartner und finanzielle Förderer zu finden, um das Institut zu finanzieren, das, wie Eric Schmidt betont, trotz der finanziellen Verknüpfung völlig unabhängig von Google und keine ausgelagerte Forschungsabteilung des Konzerns sein soll: Autonom in wissenschaftlicher Arbeit und Organisation. Auch diese proklamierte wissenschaftliche Unabhängigkeit des Instituts von Google wird derzeit kritisch diskutiert. Jedoch fragen verschiedene Seiten zu Recht, ob es schon jemals eine reine Unabhängigkeit der Wissenschaft von der Wirtschaft oder staatlichen Subventionen gab und ob der Gedanke an eine solche Reinheit der Wissenschaft, bei gleichzeitiger Ökonomisierung aller anderer Lebensbereiche überhaupt noch zeitgemäß ist. Hat diese doch längst auch in die Universitäten Einzug erhalten.3 Dennoch: Hätten sich nicht vielleicht doch noch Mittel aufbringen lassen, um ein solches Institut auch von staatlicher Seite her finanzieren zu können? Den Verdacht der Einflussnahme auf künftige Forschungsergebnisse, den man so schnell nicht aus der Welt schaffen können wird, hätte man so jedenfalls umgehen können.

1Philip Banse; 2sueddeutsche.de; 3Berliner Gazette

CoCities: Diskussion über die Zukunft des urbanen Lebensraums

Die Faszination von Städten ist nichts Neues, schon immer haben sie Menschen angezogen. Doch durch die Digitalisierung der Gesellschaft verändert sich auch das urbane Lebensgefühl.

Die Cognitive Cities Conference (#CoCities) nimmt sich der Thematik des urbanen Lebensraums an und schafft eine Plattform für den Austausch von Ideen rund um die Gestaltung von Städten, urbanes Leben und die Veränderung von Städten durch Technologie. Zielgruppe der Konferenz sind Designer, Architekten, Stadtplaner, Web-Aktivisten, Geeks und Visionäre. Die erste CoCities Konferenz fand im Februar in Berlin statt, Gastgeber der zweiten Konferenz, des “Cognitive Cities Salon”, war Ende Juli Amsterdam.

Der Veranstalter, Third Wave, eine Berliner Strategieberatung für die digitale Welt, hatte für die TeilnehmerInnen der ersten CoCities Konferenz nicht nur ein klassisches Konferenzprogramm vorbereitet, sondern auch eine Exkursion durch Berlin. Zu entdecken gab es beim “CoCities Scavenger Hunt” unter anderem die Video-Installation “Urban Observations”, “SoniCity” – ein Forschungsprojekt, das akustische Landkarten entwirft und diverse Aktionen im Betahaus, Berlins bekanntestem Coworking Space.

Die freie Verfügbarkeit von Daten war eines der meist diskutierten Themen der Konferenz. In den Vorträgen wurden Projekte vorgestellt, die in Städten verfügbare Daten nutzbar machen. So präsentierte Dietmar Offenhuber (MIT) Strukturen, die sich durch Datenanalyse mit Hilfe von RFID Tracking ergeben. Dafür hatte ein Forschungsteam Haushaltsmüll durch RFID Chips verfolgt und den Weg bis zur endgültigen Entsorgung aufgezeichnet. Ein weiteres Forschungsprojekt, Homesense, stellte Georgina Voss vor. Homesense hat das Ziel, intelligente Häuser im Umfeld von Open Innovation zu errichten und dabei offene, kollaborative Methoden wie beispielsweise Open Source Software zu nutzen.

Bei der zweiten Ausführung der CoCities Konferenz, dem “CoCities Salon” in Amsterdam, standen die Vorträge von James Burke (VURB), Katalin Galayas (Stadt Amsterdam), Kars Alfrink (Hubbub) und Edwin Gardner (VOLUME Magazine) im Mittelpunkt. Aufgrund des regen Zuspruchs sind für das laufende Jahr noch weitere CoCities Konferenzen geplant.