Dresden Future Forum

Archive for the 'barcamp' Tag

Robert Sasse on November 20th, 2008 in Dresden Open Space | 0 Comments

Start des ersten Dresden Open Space

Das erste Dresden Open Space in den Werkstätten Hellerau in Dresden ist eröffnet. Knapp 100 Teilnehmer tauschen sich in 10 Sessions aus. Die Themen reichen von “Twittern im Unternehmen”, “Semantic Web heute und in der Zukunft”, “Web 2.0 ist nicht genug?” zu Themen wie “Was ist dran am Mythos Enterprise 2.0?” oder “Kommunikation mit technischen Systemen - Netz vs. unsere Sinne”. Mit dem Thema Projektmanagement beschäftigt sich die Session “Agile Projeke vs. Web 2.0 - wo ist der Zusammenhang?”. Die Session “Wie erreiche ich heute Ziele?” beschäftigt sich mit der Karriereleiter in flachen Hirarchien. Interessant könnte auch die Session “Was werden wir in 20 Jahren definitiv nicht digital machen?” werden. Die Frage wie weit Digitalisierung reichen kann, soll oder darf und was in Zukunft auch noch analog sein wird, ist sicher spannend. Das erste Dresden Open Space bildet den Auftakt für weitere Open Spaces und Barcamps. Das zweite Open Space wird auf der Cebit stattfinden.

Dresden Open Space 08

Robert Sasse on October 21st, 2008 in Future Technologies | 2 Comments

Vision des Webs der Zukunft auf dem BarCamp Berlin 3

Impressionen vom BarCamp3 Berlin

In der Session “Vision des Webs der Zukunft - Neuronale Netze und künstliche Intelligenz” spricht Roy Uhlmann und Dr. Klaus Holthausen von Queap über die Zukunft des Webs. Bisher war die kontextuelle Suche im Internet Standard. Das Problem an dieser ist, dass der vollständige Inhalt einer Seite nicht erkannt wird. Beispiel Moby Dick: Weight Watchers oder Walfänger? Kontextuelle Suche kann das nicht beantworten. Selbst das kontextuelle Auffinden des Wortes “Wal” sagt hierzu nichts aus, denn es könnte sich ja auch lediglich um eine Beleidigung handeln.

Ziel ist es, dass eine Suchmaschine eine Webseite so erkennt wie ein Mensch, wenn er eine Buchseite liest. Das würde dazu führen, dass man eine wirkliche inhaltliche Suche hätte und eben nicht mehr nur EIN oder MEHRERE Worte auf einer Webseite findet. Hierdurch entsteht dann im nächsten Schritt eine Suche nach Inhalt und Sinn. Und dieser kann dann auch kategorisiert werden. Beides zusammen emuliert die Struktur des menschlichen Gehirns, was dazu führt, dass Inhalte und Webanwendungen miteinander verknüpft werden können. Und das nennt man dann wiederum semantisches Web!

Die Frage ist nun, wie man dieses Ziel erreicht.

Bisheriger Ansatz war es, Daten bzw. Webseiten durch Metadaten bzw. Ontologien, RDF und Microformats miteinander zu verbinden. Genau dies versteht man bis heute als semantisches Web. Zu unterscheiden ist aber das semantisches Web als Ziel und die Erzeugung des semantischen Webs. Genau hier besteht in der Öffentlichkeit ein großes Missverständnis. Denn sobald ein semantisches Web besteht, denkt selbst jeder Informatiker, dass dies nur durch das Hinzufügen von Daten entstehen kann.

Denn, vereinfacht gesagt, das Hinzufügen erzeugt ein statisches Web. Man müsste die Daten immer wieder pflegen und erweitern. So wusste man bis vor 2 Jahren z. B. nicht, was ein Asus EEE PC ist. Was passiert dann aber mit Daten, die ein gewisses Alter aufweisen und nicht mehr gepflegt werden? Diese verlieren ihre Semantik oder spiegeln die Wirklichkeit nicht mehr wieder. Das Todesargument für die Erzeugung von Semantik durch das Hinzufügen von Daten! Das Beispiel Lehman Brothers verdeutlicht es. Vor gut 2 Monaten wurde Lehman noch nicht mit Insolvenz assoziiert. Jetzt schon! Das manuelle Hinzufügen von Daten ist also nicht praktikabel, da es keine dynamische Semantik erzeugt. Jeden Tag werden jedoch Unmengen von Daten im WWW erzeugt.

Das menschliche Gehirn hingegen erzeugt eine dynamische Verknüpfung  durch das ihm eigene neuronale Netz, als selbstreferentiell und operational geschlossenes System. Dieses neuronale Netz lässt sich, wie oben beschrieben, nun erstellen. Es heißt ANI - artificial natural intelligence. Der Output einer Webseite, also der dort enthaltenen Texte wird durch den Algorithmus automatisch erkannt und dann mit anderen Inhalten abgeglichen und in  Zusammenhang gebracht. Dies bedeutet nicht nur, dass alle Webseiten und Inhalte miteinander verknüpft werden, sondern auch, dass eine darauf aufsetzende Suchmaschine vollkommen ohne “Tags” arbeitet und ein rein inhaltliches Ranking von Webseiten erstellt. Der beste Inhalt ist auch das beste Suchergebnis! Der Pagerank, wie auch Black-SEO ist somit überflüssig geworden.

Dieser Ansatz führt dazu, dass man nicht nur Text, sondern auch die Pixel eines Bildes, Musik, letztlich jegliche Arten von Daten hiermit semantisch (im Sinne einer Verknüpfung) abbilden kann. Denn er arbeitet exakt so wie das neuronale Netz des Gehirns und dieses kann gleichfalls jede Art von Daten verarbeiten. Eben ohne das Hinzufügen von Daten.

Jens Osthues on October 18th, 2008 in Business, Society & Culture | 4 Comments

Was man für das Projektmanagement vom BarCamp Berlin 3 lernen kann

Dresden Future Forum on BarCamp Berlin 3

Start-up/Kick off
Alle Barcampteilnehmer versammeln sich in einer großen Halle. Normalerweise stellt sich jeder Teilnehmer kurz vor. Aufgrund der Teilnehmerzahl entfällt dies heute. Dafür hat sich jeder Teilnehmer selber „getaggt“; diese Info kann man in einer eignen MIXXT-Community a la Xing einsehen und real auf dem Namensschild lesen.

Danach erfolgt das Set-up des Tages. Einzig vorgesehen ist das Grid, ein Timesetting von 7 Sessions von 45 Minuten, dazwischen jeweils 30 Minuten Pause. Weitere Randbedingung sind die vorhandenen Räumlichkeiten. Jeder ist aufgefordert Themen zu präsentieren und Sessions anzubieten. Danach wird das Interesse geprüft und die Session in das Grid übertragen. Leider erfolgt das handschriftlich auf einer grossen Pinnwand, sodass bei über 500 Teilnehmern die Zusammenstellung der eigenen Sessions schwierig ist. Danach startet das Barcamp und die Sessions laufen in dem vorgesehenen Zeitplan und definierten Spielregeln.

Learnings
Lasse Mitarbeiter selber entscheiden an welchen Projekten sie teilnehmen möchten und zu welchen Themen sie Mehrwert liefern können. Stelle eine Plattform ähnlich einer Projektbörse, sowie klare Spielregeln zur Organisation bereit.

Austausch
Ein ad hoc Austausch erfolgt entweder persönlich oder „natürlich“ über twitter. Da die Nutzung von twitter mit mobilen Endgeräten möglich ist, ist quasi jeder Teilnehmer in der Lage über Gemütslage, Themen, und Erfahrungen für jeden in Echtzeit abrufbar zu berichten. Die Darstellung der sog. Tweets erfolgt ebenfalls durch eine grosse „Twitterwand“ (einem riesigem Display). Die Zuordnung der Tweets zu dem Event wird über das hinzufügen eines sogenannten Hashtags #bcberlin3 sichergestellt. Jeder Teilnehmer ist somit über die aktuellen Geschehnisse unmittelbar informiert und kann sich entsprechend selber am Austausch aktiv beteiligen.
Leider gibt es nur einen Hashtag, sodass eine Übersicht und Zuordnung zu Themen und Sessions nur sehr schwer möglich ist.

Learnings
Stelle eine Art Austausch und Diskussionsplattform bereit die jedem uneingeschränkt und mobil zur Verfügung steht. Dies kann ein Blog oder auch der (zusätzliche) Einsatz von Microblogging im Projekt sein. So kann sichergestellt werden, dass jeder Projektteilnehmer sofort über die aktuellen Geschehnisse im Projekt unterrichtet ist. Mails werden überflüssig und Telkos können nun ausschliesslich für Abstimmungen und Entscheidungen genutzt werden.

Dokumentation
Jeder Teilnehmer ist aufgefordert selber seine Eindrücke und Ergebnisse mitzuteilen. Dies geschieht durch Web 2.0 Technologien wie Blogs (ausführliche Berichte), Microblogs: Twitter (kurze Gedanken und ad hoc Mitteilungen) (s.o.), Flickr (Fotos), Slideshare (Präsentationen), qik (Videos). Die Zuordnung geschieht hier ebenfalls durch Tags. Leider gibt es keine konsolidierte Ansicht (so stelle ich mir das vor: ). Ohne zentralen Administationsaufwand gibt es somit eine vollständige Dokumentation des Barcamps.

Learnings
Arbeite ergebnisorientiert. Erlaube eine Version 1.0. Fordere jeden auf die Ergebnisse zentral bereitzustellen. Sorge dafür, dass sie sinnvoll abgelegt und von jedem wiedergefunden werden können.

Was kann man an einem Barcamp noch verbessern?
Eine konsolidierte Darstellung der Ergebnisse ist wünschenswert. Etabliere klare Regeln zur genaueren Taggung von Themen. Vereinbare im Vorfeld welche Technologien genutzt werden sollen. Techniken und Mittel zur Organisation von Themen und Teilnehmer sollten den Gegebenheiten entsprechend bereitgestellt werden.

Learnings
Auch von einem strukturierten Projektmanagement kann die 2.0 Welt lernen!