In der Session “Twittern im Unternehmen” auf dem BarCamp Berlin 3 stellt Dirk Röhrborn von Communardo “Enterprise Microblogging” vor. Bisher versinken Informationen und Wissen oft im Nirwana der Intranets der Unternehmen. Oft fehlt die nötige Zeit und die richtigen Tools um Wissensmanagement und Projektdokumentation richtig auszuführen. Kann “Enterprise Microblogging” diese Aufgabe übernehmen? Was sind die wichtigsten Punkte beim “Enterprise Microblogging”? Und wofür eignet sich “Microblogging” im Unternehmen eigentlich?
“Enterprise Microblogging” muss für die Unternehmen einen hohen Nutzen bringen. “Microblogging” garantiert eine gewisse Aufmerksamkeit durch eine ständige Aktualisierung, motiviert die Mitarbeiter zum Austausch von Informationen, bietet die Dokumentation des Ist-Zustandes eines Prozesses, erleichtert die ad-hoc Kommunikation und kann Abläufe und Daten dokumentieren. Darüberhinaus muss “Enterprise Microblogging” einfach zu bedienen sein und leicht verständlich. “Microblogging” ist so verständlich wie eine sms schreiben und ein paar Textzeilen zu verfassen ist auch für Ungeübte einfach. Außerdem sind “Microblogging” Dienste schnell und kostengünstig einsetzbar.
“Microblogging” im Unternehmen kennt aber auch seine Grenzen. 140 Zeichen sind für komplexe Zusammenhänge oft zu wenig. 1000 “tweets history” reichen darüber hinaus oft für umfangreichere Dokumentationen nicht aus. Auch die Sicherheit und der Umgang mit sensiblen Daten ist für Unternehmen ein Thema. “Microblogging” im Unternehmen dürfte sich daher vor allem für kleinere Dokumentaionsaufgaben eignen, etwa im Vertrieb, der Produktion oder zur Projektkommunikation.
Um das Potential von “Microblogging” im Unternehmen vollständig zu heben, sollte das reine “Microblogging” auf einer Plattform mit anderen Funktionen und Tools kombiniert werden. “Blogs”, “Notes”, “Tags”, “Search”, “Security” und “Export”, sind einige Funktionen die ein solches System bieten sollte. “Enterprise Microblogging” könnte so gerade im internen Wissensmanagement eines Unternehmens die oft angestaubten Onlineportale wiederbeleben.
Neue Ansätze beim SEO verfolgte Marc Uhlig in seinem Vortrag auf dem BarCamp Berlin 3 unter dem Titel “user centric approach with landing pages”. Marc ist als Online Marketing Consultant in San Diego tätig und sieht die Zukunft des SEO vielmehr in einer nutzerorientierten Sichtweise als in der bisherigen nur auf das suchmaschinenoptimierte. Viele Spekulationen im Web, lassen die Tendenz erkennen, dass das klassisches SEO vor dem Ende steht. Aber wo liegt die Zukunft des SEO? Suchmaschinen werden heute immer mehr durch das SocialVoting oder dem Verhalten der User beim Ranking beeinflusst.
Stellt man den User von Anfang in den Vordergrund, ist man den Suchmaschinen einen Schritt voraus. Denn die Suchmaschinen sind bemüht, dem Verhalten der Nutzer nachzukommen. Das Ziel der Suchmaschinen ist, dass Suchergebniss vom Publisher wenig beeinflussbar zu machen und stattdessen den Nutzer in den Vordergrund zu stellen.
Neben der Qulität des Content werden in Zukunft andere Themen im Vordergrund stehen. Keyworddichte, URL Optimierung und Page Rank gehörten in der Vergangenheit zu den wichtigsten Instrumenten des SEO. Usability, Code Quality Management und technische Aspekte, wie Ladezeiten werden in Zukunft auch mit im Vordergrund stehen. Innerhalb weniger Augenblicke entscheidet der Nutzer, ob ihn eine Internetseite anspricht. Lädt die Seite zu lange oder findet der Nutzer die gewünschte Information nicht auf den ersten Blick, ist der User verloren.
In dem Beitrag “Weisheit der Vielen und Ihr Einfluss auf unseren Alltag” auf dem BarCamp Berlin 3 propagiert medienlese Blogger Ronnie Grob, Crowdsourcing als Mittel gegen die um sich greifende “Expertokratie”. Selbsternannte und berufene Experten, Wissenschaftler und Sachverständige bestimmen was auf den Markt der Meinungen richtig ist und was nicht. Die wichtigsten gesellschaftlichen, poltischen und wirtschaftlichen Fragen werden von Experten beantwortet, die jedoch nicht immer unparteiisch sind. Zehn befragte Experten geben daher auch zehn verschiedene Antworten.
Aber ist die Expertokratie überhaupt die Tyrannei der Wenigen, die unsere hochkomplexen gesellschaftlichen Fragen beantworten? Richtig und falsch. Richtig weil Medien, Politik und Wirtschaft immer häufiger auf die Meinung von Experten zurückgreifen und so oft nur eine eingeschränkte oder persönliche Sichtweise der Dinge zeigen. Falsch weil Experten auch in Zukunft weiterhin gebraucht werden. Hier hilft ein Blick auf das Wissensmanagement. Als Beispiel für die Weisheit der Massen gilt vielen Wikipedia. Die Schwäche von Wikipedia liegt aber in einem Datenbank- und Dokumentenmanagement-technischen “People-to-Document” Ansatz.
Echtes und komplexes Expertenwissen findet sich nur bedingt, oder muss mühsam aus unzähligen Beiträgen in Eigenleistung zusammengesetzt werden. Ein “People-to-People” Ansatz bringt oft schneller die gewünschten Ergebnisse und erfordert daher weiterhin das Wissen von Experten. Nicht alles Wissen kann in Form von Dokumenten abgelegt werden. Oft ist eine Nachfrage bei der entsprechenden Person schneller. Eine Zukunftsaufgabe wird es daher sein, Experten enger zu vernetzen.