Dresden Future Forum

Abstract: Wolfgang Wahlster - Web 3.0: Semantische Technologien für das Internet der Dienste und der Dinge

Semantische Technologien machen aus den heutigen Suchmaschinen künftige Antwortmaschinen. Das semantische Web basiert auf der inhaltlichen Beschreibung digitaler Dokumente mit standardisierten Vokabularien, die eine maschinell verstehbare Semantik haben.

Durch den Zugriff auf semantische Webseiten können intelligente Suchagenten mit hoher Präzision gezielt Informationen im Internet auffinden, filtern und kombinieren, um den Benutzer die aufwändige Recherchearbeit abzunehmen. Wenn es mithilfe des Prinzips der Benutzerpartizipation wie im Web 2.0 gelingt, in einer Massenbewegung auch nichtprofessionelle Benutzer aktiv dabei mitwirken zu lassen, semantisch fundierte Webseiten und Webdienste zu schaffen, entsteht das Web 3.0, wie es derzeit im Leuchtturmprojekt THESEUS im Rahmen der Hightech-Strategie der Bundesregierung vorangetrieben wird. Es gilt also die Gleichung Web 3.0 = Semantisches Web + Web 2.0.

Das Internet der Dienste wird mithilfe von Methoden der Künstlichen Intelligenz die automatische Komposition von semantischen Webdiensten ermöglichen, welche die flexible Automatisierung komplexer Anwenderprozesse und völlig neuartige Geschäftsmodelle ermöglicht. Schließlich erlaubt es das Internet der Dinge, durch die Einbettung von vernetzten Funksensoren in Alltagsobjekte (vom Auto bis zur Pizza) eine Umgebungsintelligenz aufzubauen, über die sich Geschäftsprozesse in Realzeit sehr feinkörnig adaptiv steuern lassen: Es entsteht ein digitales Produktgedächtnis mit mobilem Webzugriff.